Pipistrello ist Italienisch und heißt Fledermaus. Von der Decke hängend kann dieses Lebewesen die Welt aus einer anderen Perspektive betrachten. Von ihm lernend möchte auch ich das Leben aus einer gewissen Distanz anschauen. Auf den Kopf gestellt und mit einem anderen Blickwinkel erlebt begegnet mir das Leben mit mehr Humor und Glücksmomenten.


Sonntag, 28. Januar 2018

silent sunday #149 Kunst & Inspiration











Heute muss ich mal ein wenig meckern. Im ZDF habe ich eine TV Dokumentation gesehen die mich veranlasst diesen Post zu schreiben. Es scheint eine Anleitung zum Geld drucken zu sein. Als Autor schreibt man ein Buch über eine bekannte Persönlichkeit, in diesem Falle Michelangelo. Das ganze wird mit Magie und Geheimwissen verknüpft, sowie mit lebensbedrohlichen Situation für den Protagonisten geschmückt. Sex and Crime sind eben immer noch die besten Zutaten um leichtgläubige Leser zu finden.   
Geheimnisse der Kirche: Rätsel um Maria! so der Titel! Mit dem Link kommt man in die Mediathek.


Eine sehr gewagte Behauptung des Autors Roy Doliner : das Foto oben zeigt einen Ausschnitt der sixtinischen Kapelle, wo Michelangelo angeblich geschickt den "Stinkfinger" seiner Zeit hinein gemalt hat um seiner Meinung über den Papst Ausdruck zu verleihen. Welch ein Blödsinn! Mit der geballten Arroganz meines gesamten Künstlerwissen schreibe ich meinen Protest hier. Wer zeichnen kann erkennt, dass hier lediglich die Kinnlinie weitergeführt ist und sich logisch zum Ohr weiter denken lässt. Anatomisch etwas gestreckt, aber das ist künstlerische Freiheit. In dem Abstand zwischen den entspannten Fingern gibt es nichts weiter an Bedeutung zu finden, als eben diese Kinnpartie. Herr Doliner noch nie selbst gezeichnet, vermute ich.  


Wenn dazu auch noch eine "renommierte" Fachfrau mit macht bei dieser extrem spekulativen Interpretationen, verstärkt sich die Glaubwürdigkeit beim Leser. Zumindest hat Herr Doliner es zu diesem Film Doku gebracht. Mit dem zweiten Bild zeige ich die Rückenansicht eines Entwurfs, wahrscheinlich von Michelangelo, für die Pieta im Petersdom. Nun will man auch hier eine geheimnisumwölkte Botschaft erkennen. Frage an euch: was seht ihr??? Ich sehe lediglich einen Faltenwurf der sich gemäss der Anatomie, von der linken Schulter, gerafft am rechten Arm, ganz logisch durch die Schwerkraft zu Boden fällt.






Angeblich hat Michelangelo dort die exakte Anatomie eines Herzens eingeschmuggelt. Damit konnte er zeigen dass er sich in diesem Bereich bestens auskennt. Da er damals verbotene Leichenöffnungen vornahm, kannte er die Anatomie innerer Organe, durfte das selbstverständlich nicht in die Welt posaunen. Angeblich hat er dies auf eben solche geheimnisvolle Weise doch getan. Wer´s glaubt.


Es gibt eine simple Erklärung dafür, solche Sinnzusammenhänge zu sehen, wo meines Erachtens keine sind. Pareidolie heisst das "Zauberwort". Oder auch als "Wahrnehmungstendenz" bezeichnet, erklärt es dieses Phänomen in zufälligen Anordnungen einen sinnvollen Kontext sehen zu wollen.  Schau nach bei Wikipedia, Gestaltpsychologie. JEDER kennt es: sobald drei Punkte in dreieckiger Konstellation, im richtigen Abstand zueinander zusammengestellt werden, glaubt man ein Gesicht zu erkennen.


Meine Sonntagsbotschaft: nicht alles was wissenschaftlich daher kommt muss "geschluckt" werden. Das eigene Gehirn zu bemühen und selber zu denken hilft dabei ungemein.









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