Pipistrello ist Italienisch und heißt Fledermaus. Von der Decke hängend kann dieses Lebewesen die Welt aus einer anderen Perspektive betrachten. Von ihm lernend möchte auch ich das Leben aus einer gewissen Distanz anschauen. Auf den Kopf gestellt und mit einem anderen Blickwinkel erlebt begegnet mir das Leben mit mehr Humor und Glücksmomenten.


Sonntag, 19. November 2017

silent sunday # 143




Alles ist Vergänglich. Eine philosophische "Plattheit" für Menschen die Denken und Beobachten können. Durch die Jahreszeiten erkenne wir es, durch Tag und Nacht Rhythmus, durch den eigenen Körper der Hunger und Schlafbedürfnis signalisiert.




(Fotos vom Weinhaus Fries in Kattenes.) Mein Kurzurlaub an die Mosel, anlässlich einer Geburtstagsfeier zum 60., führte mich hoch hinauf. Nicht nur an den steilen Weinbergen, sondern auch hinauf auf die Burgen, immer schön weit oben. Es ist schon erstaunlich wieviel Mühe sich Menschen machen und sich so hoch über allem anzusiedeln. Jeder Stein, jedes Werkzeug zum Bau musste hochgeschleppt werden. Alle Nahrungsmittel und Utensilien des täglichen Lebens ebenso.








Die Burg Thurant liegt hoch über der Mosel gegenüber von Kattenes. Alle Wege führen nach oben, von mittel steil bis sehr steil.









Und ich frage mich ernsthaft, haben die das nur wegen der schönen Aussicht gemacht? Sicherlich nicht. Zweifellos ist die Burg Thurant wirklich attraktiv, dennoch, warum der Aufstand?





Hier oben ist die Ferienwohnung die man mieten kann. Im Innenhof ist eine sehr schöne Gartenanlage, bevor man zu der Folterkammer kommt, vorher aber an der Kirche vorbei, zum beten?













Ob ich mit meiner Vermutung richtig liege, ich weiss es nicht. Mir drängt sich allerdings der Gedanke auf, dass eben das Streben nach Macht den Menschen antreibt und dieses Streben NICHT der Veränderung unterliegt. DAS bleibt immer gleich, Gier nach Macht, Ruhm und Geld. Erreicht wird dies mit Krieg. Wahrscheinlich hat schon der Neandertaler mit der dickeren Keule gesiegt und die Frauen des gegnerischen Clans in die eigenen Sippe gezwungen. Wer meine These selbst einmal erforschen möchte dem sei diese Sendung sehr empfohlen: Terra X die Europa Saga. Dort ist der Beweis geführt, das die Entwicklung der Europäer immer hin und her gependelt ist (zumindest in der jüngeren Geschichte) zwischen technischem und wissenschaftlichem Erfolg und der Zerstörung durch Krieg. Aus dieser Perspektive gedacht hat sich der Mensch eben nicht wirklich verändert. Leider, liebe Astrid. Dieser Post ist meine Reaktion auf deinen besorgniserregenden Beitrag vom 17.11. 


Sonntag, 12. November 2017

silent sunday # 142





Der Herbst ist da mit all seinen Facetten sowohl mit herrlichen Herbstfarben als auch dem heutigen, sonntäglichen Novembergrau.
Die Schattenspiele im Arp-Museum in Rolandseck und am Wegesrand eröffnen eine alternative Sicht auf die Dinge. Schatten sind in künstlerischen Prozessen ein Gewinn und können zu abstrakten Kreationen führen. In der Politik sind sie das Bild einer Vergangenheit deren lange Schatten uns auch heute noch erreichen.





Was mache ich, fragt Ghislana, wenn ich das Elend in Welt und heimischer Politik zur Kenntnis nehmen muss? Ich versuche zwischen Depression und Altersweisheit zu unterscheiden, mit dem Ergebnis, das ich mich zwar in mein Schneckenhaus zurück ziehe, aber nur um mich auf das zu konzentrieren, was ich tun kann und worauf ich Einfluss nehmen kann. (Mit herzlichem Dank an Herbert für den Morgenstern am Abend.)






Ich geniesse den Facettenreichtum der Schatten, die erneut daran erinnern, wie unterschiedliche Perspektiven einer Sache ganz anders ausschauen lässt. Auch die Veränderung des Maßstabs, also die Vergrösserungen beziehungsweise die Verkleinerungen eines Gegenstands, ergeben fantastische neue Einblicke. Solange ich mich mit meinen Zeichnungen in der Vorwärtsbewegung befinde, freue ich mich und genieße die Zeiten mit künstlerischem Tun. Schatten können auch sehr schön wirken und bestätigen mein Mantra: Kunst heilt.
















Sonntag, 5. November 2017

silent sunday #141





Perspektivwechsel als Gedankenexperiment. 
Beim Besuch im Arp Museum zur Henry Moore Ausstellung, überraschte mich besonders, wie sich jede Skulptur durch die verschiedenen Aus -und Einschnitte verändert.






Durch das Drumherum gehen, Wahrnehmen, wieder neu schauen, bestätigt sich, das durch noch so viele, verschiedene Blickwinkel von einem Objekt niemals eine einzige wahre Wahrheit darüber herausgefunden werden kann.


Replik aus Fiberglas vor dem Museum, eine Bronzeskulptur im Garten hinter dem Museum.






Wie die Geschichte von den Blinden, die einen Elefanten durch abtasten beschreiben sollen, ausgeht ist sicher bekannt. Auf Basis dieser Analogie, entsteht auch hier die Erkenntnis, wie wichtig es ist den eigenen Blickwinkel als höchst subjektiven Blick auf die Welt zu begreifen. Mit missionarischem Eifer posaune ich meine Sicht der Dinge nun hinaus in die Welt: Ganz in der Nähe des Museums liegt Cochem. Wie jüngst thematisiert wird, lagern dort rund 20 Atombomben, um im Zweifel gegen den Feind abgeschickt zu werden. Welch ein Wahnsinn, sagt meine Betrachtung der Situation. Der Overkill pur verursacht Kosten und wir niemals irgendeinen Nutzen hervorbringen, es sei denn, Jemand findet es ganz toll die Menschheit komplett auszurotten.



Abstürzender Schatten-Engel. Der Original-Engel hängt in der Ausstellung und schwebt, wie es sich für Engel gehört, an Nylonfäden von der Decke. Wie gesagt, es ist die Perspektive meines kleinen Kosmos der die Aussage formuliert und meinem Bild meine persönliche Bedeutung verleiht.

Sonntag, 22. Oktober 2017

silent sunday # 140

Ein Lieblingsbild vom "Buchbinden für Kinder" Projekt an dem ich gerade arbeite. Mehr aber sage ich nicht dazu. Der Zwerg ist eigentlich ein Radiergummi.

Und noch am heiligen Sonntag die Ausstellung aufbauen in der Kirche St. Nikolaus. Also kein Denken an Ruhe. Nächste Woche fällt es auch aus. Da ich meinen Sonntag an der Mosel verbringe anlässlich einer Geburtstagsfeier zum 60. Tja, niemand wird jünger.



Sonntag, 15. Oktober 2017

silent sunday #139






Die Frankfurter Buchmesse stand im Zeichen des "Verlags meines Vertrauens". Wohlwollen und Herzlichkeit gehen über ein "nur" professionelles Verhalten hinaus! Dieses Stimmung prägt das Gespräch und hinterlassen eine positive Erinnerung daran. Ansonsten, anstrengend ist so eine Messe, wie allseits bekannt. 
Und worauf achte ich? Selektive Wahrnehmung auf allen Ebenen.






Eine Möglichkeit sich im Sehnsuchts- Land besser zurecht zu finden.






Koptische Bindung für ein japanisches Kochbuch, so was fällt mir auf, und das unter tausenden von alternativen Büchern, die es zu entdecken gibt.






. . . und viel Nichts!



Durch Michaela lerne ich Christiane kennen und auch ihr wunderschönes Buch, na, was schon, wieder etwas Japanisches.



Was zum schmunzeln und zur Erheiterung, danach läuft Frau auf der Messe gleich beschwingter weiter.