Pipistrello ist Italienisch und heißt Fledermaus. Von der Decke hängend kann dieses Lebewesen die Welt aus einer anderen Perspektive betrachten. Von ihm lernend möchte auch ich das Leben aus einer gewissen Distanz anschauen. Auf den Kopf gestellt und mit einem anderen Blickwinkel erlebt begegnet mir das Leben mit mehr Humor und Glücksmomenten.


Sonntag, 30. Oktober 2016

silent sunday # 100 Pierette Bloch



Beispiele aus meinem Skizzenbuch, Pinselkringel, ausgeschnitten und collagiert.



Bevor der Mark Making Monat zu Ende geht möchte ich hier noch Pierette Bloch vorstellen. Die für mich knifflige Frage lautet in diesem Zusammenhang: was ist Kunst, was ist banal? Im Minimalismus eine Aussage zu treffen die mit kargen Mitteln doch Wesentliches zu sagen hat? Wie gelingt es mit wenigen Spuren ein Werk zu schaffen, welches den Betrachter anrührt? Oder wird nur der Kopf angesprochen, wenn der geschulte Kunstkenner sich einlässt auf ein solchermassen reduziertes Werk? Vielleicht bin ich nur haltlos altmodisch und romantisch mit meiner Kunstauffassung, wenn ich mehr möchte als "nur" Kunst die sich selbst reflektiert?

Pierette Bloch sieht die Linie als Herausforderung, soweit ich das verstehen kann. Leider spreche ich nicht ausreichend Französisch, schade. Dennoch beeindruckt mich in diesem Film die Ernsthaftigkeit und die Ausstrahlung einer offensichtlich starken Frau.







Sonntag, 23. Oktober 2016

silent sunday # 99 Kunst & Inspiration ASEMIC John Cage

Aus meinem Skizzenbuch habe ich heute einige Beispiele ausgewählt. Die vielen Möglichkeiten "Spuren aller ART" zu erfinden ist nicht neu aber sehr effektiv, weil hier die Phantasie "Leistungsfrei laufen darf"! 



asemic writing ist der künstlerische Oberbegriff, unter dem ihr weitere Informationen und (hoffentlich) Inspirationen finden werdet. Wen wundert es, wenn wir an "Kalligrafie" denken sobald wir die schwarzen Tuschespuren sehen? 

Mit einem Radiergummi Stempel Rest mal "nur so" herumgestempelt und etwas Figuratives ist daraus geworden.


Die Kreisformen sind die Überleitung zu John Cage bei Crown Press. Seine Zufallsmethoden, also "chance operations" mag ich sehr. Während des Films sieht man wie ernsthaft Cage ausprobiert, experimentiert und, sprichwörtlich, ein heisses Eisen anfasst. Neugierig geworden? Schaut euch den beeindruckenden Bericht an. Augen auf und staunen!



Mit dem Verweis auf meinen 100! Post nächste Woche verabschiede ich mich für heute.





Sonntag, 16. Oktober 2016

silent sunday # 98 EBERHARD ROSS




Verschlungene Wege. "Dank" einer Knie OP bin ich an die Couch gefesselt und erlebe wie man Wasser in einem Beutel tragen kann. Na ja, das Wasser ist in einem Tupper Gefäss! Der Beutel hängt am Hals und so kann sich Frau auf Krücken vom Wasserhahn zur Couch begeben.



Zum Thema MARK MAKING erinnere ich heute an den kalligrafischen Malstil von Mark Tobey. Vielleicht könnte man MARK MAKING auch als "Schnee Spuren" betiteln, und ich stelle mir vor wie einige Vögel wild am Boden herumlaufen, nach Essbarem picken und ihre Spuren hinterlassen. Hat dies nicht Ähnlichkeit mit der feinen Struktur und den zarten Linienverdichtungen von Mark Tobey?

Dank Michaelas Unterstützung (Kunsttransport mit dem Auto), konnte ich vor meiner OP noch pflichterfüllt meine frisch gerahmten Zeichnungen in Bergisch Gladbach abholen, beim Rahmen Hersteller meines Vertrauens Katzemich. In der Werkstatt  hat er zahlreiche Originale an der Wand hängen. Es sind die Geschenke der Künstler, die bei ihm ihre Bilder rahmen lassen. Dort habe ich auch zum ersten mal ein Werk von Eberhard Ross gesehen und war fasziniert. So sorgfältig geritzte Strukturen! Ob es nun exakt zum Thema passt weiss ich nicht, aber ein Blick auf seine Homepage empfehle ich auf jeden Fall.

Sonntag, 9. Oktober 2016

silent sunday # 97 Kunst und Inspiration: Henry Michaux



Passend zum Muster Mittwoch Mark Making Thema (4X M) beteilige ich mich mit einem Künstlerischen Beitrag. Henri Michaux ist ein Künstler der seine unlesbaren Schriftvarianten zur Kunst erklärt hat. Aus diesem einem Buch habe ich die Abbildungen fotografiert. Titel scheint inspiriert von Klee: kein Tag ohne Linie? Handy Foto "Qualität"






Faszination durch das repetetive, sich stetig wiederholenden bei gleichzeitiger Einmaligkeit, im Sinne einer "Handschrift", die jede Spur zum Unikat werden lässt. Mark Making als eine abstrakte Versicherung meiner Existenz: hier bin ich! Ich bin in der Lage meine Lebens-Spur während meiner kurzen Existenz zu hinterlassen.









Zu diesem spannenden Thema sehe ich viele Aspekte in der Kunstwelt die ich nach und nach im Oktober vorstellen möchte. Für mich ist dieses Gebiet schon lange eine Quelle der Inspiration und so freue ich mich sehr das ich noch mal viele Ideen erhalte (leider mehr als Zeit habe sie auszuprobieren).




Dem Zufall eine Chance geben: ich liebe Zufallsverfahren weil sie eine zu grosse Harmonie verhindern. Menschen / Künstler neigen dazu alles viel zu geordnet und ausgewogen zu gestalten. Durch Zufälliges entwickelt sich eine grössere Spannung, wohltuend für den Betrachte weil weniger langweilig. Mit saloppen Worten: das Auge rutscht nicht ab vom Bild. Bei diesen "tanzenden Kalligrafien" stelle ich die Bedingungen mit eigenen Spielregeln auf: ein immer gleiches Band auf das Blatt fallen lassen und Kontur mit Bleistift umreissen, die Fläche schwarz füllen.



Eine Serie von Zeichnungen deren Nutzen mir selber noch nicht klar ist. Möchte ich sie in Holzschnitt übertragen? Oder als Reihung, nebeneinander oder untereinander? Viele Fragen! Eins ist sicher: Inspirieren lassen OHNE exakt zu kopieren, eine Herausforderung nicht auf dem Stand von Henry Michaux verharren, eine eigene Position finden. Dann wird es wirklich "meins"!










Sonntag, 2. Oktober 2016