Pipistrello ist Italienisch und heißt Fledermaus. Von der Decke hängend kann dieses Lebewesen die Welt aus einer anderen Perspektive betrachten. Von ihm lernend möchte auch ich das Leben aus einer gewissen Distanz anschauen. Auf den Kopf gestellt und mit einem anderen Blickwinkel erlebt begegnet mir das Leben mit mehr Humor und Glücksmomenten.


Sonntag, 4. September 2016

silent sunday #92 Paul Klee, Creaviva


Diese Wand sieht schon aus wie ein abstraktes Bild, ist aber wohl "nur" ein Übungsfeld für die Kursteilnehmer im creaviva, so vermute ich. Dieser Raum befindet sich im Zentrum Paul Klee innerhalb der aktuellen Ausstellung. Ich war angetan von der Sorgfalt mit der die Materialien liebevoll und griffbereit zurecht gelegt waren.



Didaktisch gut vorbereitet finden sich hier Anregungen die Einführen in die Gedankenwelt von Klee. Nächste Woche zeige ich Bilder aus dem "echten" Atelier von Paul Klee das innerhalb der Ausstellung, Raum im Raum, nachgestellt wurde.











Sehr inspirierend finde ich die Zusammenführung der Zeichnung mit den Natur Materialien. Für Klee war "wachsen" ein Thema und es wird klar wie "leicht" sich Linien finden lassen in der Natur und wie sie sich in Bilder übersetzten lassen. Während meines Besuchs im Museum gab es glücklicherweise einen kleinen Workshop in dem die verschiedenen Maltechniken von Paul Klee erprobt werden konnten. Klee arbeitet und experimentierte gerne. Mit verschiedenen Materialien und auf verschiedenen Untergründen entstanden vielschichtige Werke, die in der Makro Nahsicht sehr faszinierend sind.

Die Dozentinnen erklärten, das Klee häufig auf Zeitungspapier gemalt habe, dabei diese Seite allerdings vollständig bedeckte und so diese Sichtweise und Erkenntnis nur den RestauratorenInnen  "gegönnt" ist. Spannend und tröstlich ist für mich die Idee, Vermutung, das auch ein Klee möglicherweise "Angst" vor dem rein weissen Papier hatte und es ihm willkommen war schon Spuren von etwas anderem vor dem Malprozess vorzufinden.






Graphisch reizvoll ist es allemal! Besonders spannend an diesem sehr heissen und sonnigen Nachmittag im "Klee Labor": ich war die einzige Teilnehmerin, neben den Restauratorinnen und einer Angestellten. Vor lauter malen und ausprobieren habe ich glatt vergessen Fotos zu machen! Meine wichtigste Erkenntniss: es geht nichts über eine selbst gemachte Erfahrung, sprich: selber den Widerstand mit dem Pinsel auf den Malgründen zu spüren. Wie sich Ölfarbe von Kleisterfarbe unterscheidet, auf Stoff oder auf Pappe gemalt, wie sich sogar unterschiedliche Öl auswirken und zäh oder weich im Auftrag sind. Da mein Experiment "Öl auf Zeitungspapier" noch feucht war habe ich es vertrauensvoll im Museum gelassen. Signiert, für den Fall das ich noch mal "berühmt" werde. Netterweise ist so mein Erstlings Öl Werk schon jetzt im Museum, welche Karriere (smile)!









Kommentare:

  1. Schöner und anregender Post. Ich denke auch, dass die Hemmung vorm jungfräulichen Papier bei vielen zu Gast ist.Tröstlich.
    farbige Grüße von Karen

    AntwortenLöschen
  2. Liebe Karen,
    danke für deine freundlichen Kommentar. Mir hat es gut getan zu spüren, das auch "ein grosser Künstler" seine alltäglichen Bedenken überwinden musste.
    LG pipistrello

    AntwortenLöschen
  3. Danke für das Teilen des interessanten Beitrags. Bern ist jetzt auf alle Fälle auf meiner to visit Liste. Ich bin auch eine Paul Klee Bewunderin. Beste Sonntagsgrüße, Anna.

    AntwortenLöschen