Pipistrello ist Italienisch und heißt Fledermaus. Von der Decke hängend kann dieses Lebewesen die Welt aus einer anderen Perspektive betrachten. Von ihm lernend möchte auch ich das Leben aus einer gewissen Distanz anschauen. Auf den Kopf gestellt und mit einem anderen Blickwinkel erlebt begegnet mir das Leben mit mehr Humor und Glücksmomenten.


Sonntag, 25. September 2016

silent sunday # 95


PILGERN heisst nicht zwangsläufig alleine sein. Wenn es Sonntag ist und gutes Wetter dann kommen Hunderte und besuchen den Tempel.

In einem seltenen Moment ist ausnahmsweise kein anderer zu sehen.




Pilgern bedeutet auch keinesfalls "aus der Welt zu fallen". Dieser Pilger steht in der Schlange bei Starbucks mit seinem Pilger Outfit.



Eine wirklich schöne Erinnerung ist ein Pilgerbuch. In jedem Tempel kann man eine Kalligrafie auf rotem Stempel erhalten. Selbstverständlich vor staunenden Augen immer aufs neue gemalt  - gegen eine kleine Gebühr von 300 Yen. Davon werden die Tempel unterhalten weshalb ich dies gerne gebe.



Eine riesige Kalligrafie an einem Tempel ausgestellt, leider weiss ich nicht was da geschrieben ist.
In Köln gibt es ab dem 8. Oktober die Ausstellung : "PILGERN, Sehnsucht nach dem Glück". Besonders stolz und froh bin ich dort mein Pilgerbuch ausgestellt zu wissen. So hat sich die Mühe nicht nur spirituell für mich gelohnt.


Sonntag, 18. September 2016

silent sunday #94 Paul Klee Atelier

Mit diesen letzten Fotos aus der Ausstellung verblasst auch schon die Reise nach Bern. Wie alles immer so "blitzartig" vorüber zieht? Erschreckend? Hier seht ihr die Utensilien mit denen Paul Klee seine Aquarellfarben fein zerstäubt hat um einen zarten Untergrund für weitere Mal-Schritte zu bekommen.


Im Zentrum Paul Klee wurde dieses Atelier liebevoll nachgebaut! Original Tür und Fenster wurden "gerettet" vor der grosse Renovierungsaktion in dem Wohnhaus. Jetzt gibt es keine Möglichkeit mehr sich das Atelier von unserem Freund "Paul" anzuschauen.



Mir gefällt es! Man könnte meinen der Künstler ist nur mal eben raus gegangen. Wer als KölnerIn sich viele Ateliers anschauen möchte, es sind wieder die drei Wochen "offene Ateliers".  Dieses Wochenende ist Köln Dünnwald dran, weil rechtsrheinisch. Die Art Factory lädt ein. Ich bin also beschäftigt und freue mich auf interessierte BesucherInnen. 






Etwas aufgeräumter ist es schon bei mir, na, ich komme ja auch nicht zum arbeiten, "nur zum Schwätzen" halten ins Atelier an den zwei Tagen.

Sonntag, 11. September 2016

silent sunday #93 Paul Klee, Das Original

Der Paukenschläger von Paul Klee: das ORIGINAL





Mein Aufenthalt in Bern war gekrönt von einigen sehr aussergewöhnlichen Erlebnissen. Das wohl wichtigste war das Zentrum Paul Klee wo ich Originale von P.K. sehen durfte. Sie waren extra für mich aus dem Depot geholt worden (nach vorheriger Anfrage per mail)! Das ist ein so wunderbares und beglückendes Gefühl ganz ohne Glas oder andere Barrieren ein Werk zu sehen. Das "Wunder" Kunst: aus ein paar wenigen Pinselstrichen oder Graphitspuren etwas zu schaffen das Gefühl transportiert, einen Ausdruck hat der berührt.


Diese Innerlichkeit im Ausdruck von dem Engel, unglaublich, es ist lediglich Bleistift auf Papier. Ausgewogen, ausbalanciert in perfekter Harmonie von Linie, farbigerer Signatur und Papierformat!






Ein witziges Erlebnis der "weltlichen" Art: der Sommer, der uns noch ein paar Tage erhalten bleibt, lockt viele Berner zum baden in der Aare. Sandra, die ich eigentlich nur nach dem Weg gefragt hatte, war eine sehr mutige Schwimmerin die ich bei ihrem Sprung fotografieren konnte. Da sie auf Facebook unterwegs ist, diese Bilder dort verwenden wird, gibt es keine Bedenken sie hier zu zeigen


 Sogar auf das Geländer musste sie klettern, fix ging das, aber dann?










Ab Donnerstag ist die Wetterprognose noch ungenau, ob es bei Badewetter bleibt oder ob wir lieber mit warmen Pelz chillen? Die knuffigen Bären im Bärengraben in Bern gibt es wirklich!



Sonntag, 4. September 2016

silent sunday #92 Paul Klee, Creaviva


Diese Wand sieht schon aus wie ein abstraktes Bild, ist aber wohl "nur" ein Übungsfeld für die Kursteilnehmer im creaviva, so vermute ich. Dieser Raum befindet sich im Zentrum Paul Klee innerhalb der aktuellen Ausstellung. Ich war angetan von der Sorgfalt mit der die Materialien liebevoll und griffbereit zurecht gelegt waren.



Didaktisch gut vorbereitet finden sich hier Anregungen die Einführen in die Gedankenwelt von Klee. Nächste Woche zeige ich Bilder aus dem "echten" Atelier von Paul Klee das innerhalb der Ausstellung, Raum im Raum, nachgestellt wurde.











Sehr inspirierend finde ich die Zusammenführung der Zeichnung mit den Natur Materialien. Für Klee war "wachsen" ein Thema und es wird klar wie "leicht" sich Linien finden lassen in der Natur und wie sie sich in Bilder übersetzten lassen. Während meines Besuchs im Museum gab es glücklicherweise einen kleinen Workshop in dem die verschiedenen Maltechniken von Paul Klee erprobt werden konnten. Klee arbeitet und experimentierte gerne. Mit verschiedenen Materialien und auf verschiedenen Untergründen entstanden vielschichtige Werke, die in der Makro Nahsicht sehr faszinierend sind.

Die Dozentinnen erklärten, das Klee häufig auf Zeitungspapier gemalt habe, dabei diese Seite allerdings vollständig bedeckte und so diese Sichtweise und Erkenntnis nur den RestauratorenInnen  "gegönnt" ist. Spannend und tröstlich ist für mich die Idee, Vermutung, das auch ein Klee möglicherweise "Angst" vor dem rein weissen Papier hatte und es ihm willkommen war schon Spuren von etwas anderem vor dem Malprozess vorzufinden.






Graphisch reizvoll ist es allemal! Besonders spannend an diesem sehr heissen und sonnigen Nachmittag im "Klee Labor": ich war die einzige Teilnehmerin, neben den Restauratorinnen und einer Angestellten. Vor lauter malen und ausprobieren habe ich glatt vergessen Fotos zu machen! Meine wichtigste Erkenntniss: es geht nichts über eine selbst gemachte Erfahrung, sprich: selber den Widerstand mit dem Pinsel auf den Malgründen zu spüren. Wie sich Ölfarbe von Kleisterfarbe unterscheidet, auf Stoff oder auf Pappe gemalt, wie sich sogar unterschiedliche Öl auswirken und zäh oder weich im Auftrag sind. Da mein Experiment "Öl auf Zeitungspapier" noch feucht war habe ich es vertrauensvoll im Museum gelassen. Signiert, für den Fall das ich noch mal "berühmt" werde. Netterweise ist so mein Erstlings Öl Werk schon jetzt im Museum, welche Karriere (smile)!