Pipistrello ist Italienisch und heißt Fledermaus. Von der Decke hängend kann dieses Lebewesen die Welt aus einer anderen Perspektive betrachten. Von ihm lernend möchte auch ich das Leben aus einer gewissen Distanz anschauen. Auf den Kopf gestellt und mit einem anderen Blickwinkel erlebt begegnet mir das Leben mit mehr Humor und Glücksmomenten.


Sonntag, 21. August 2016

silent sunday #90

„Die Angst davor, dass das Leben unvollständig bliebe, ein Torso; das Bewusstsein nicht mehr der werden zu können, auf den hin man sich angelegt hatte. So hatten wir die Angst vor dem Tode schließlich gedeutet. Doch wie kann man sich, fragte ich, vor der fehlenden Ganzheit und Stimmigkeit des Lebens fürchten, wo man sie doch, wenn sie einmal zur unwiderruflichen Tatsache geworden ist, gar nicht mehr erlebt? … Unser Leben, das sind flüchtige Formationen aus Treibsand, von einem Windstoß gebildet, vom nächsten zerstört. Gebilde aus Vergeblichkeit, die verwehen, noch bevor sie sich richtig gebildet haben.“
ZITAT : Wikipedia  "Nachtzug nach Lissabon", ein Buch das mich ungemein berührt hat. Ein guter Grund von mehreren in der kommenden Woche nach Bern zu fahren. Auf der Suche sein, nach dem Nichts auf physikalischer Seite im Einstein Museum und quasi als künstlerische "Fortbildung" im "Zentrum Paul Klee". Einstein lebte in Bern und arbeitet im dortigen Patentamt. Während er vielleicht "Langeweile" hatte und wenig angestrengt tätig war "dachte er sich" unter anderem die "allgemeine Relativitätstheorie" aus.



Distanz hilft immer, raus aus einer nahen Betrachtungsweise die mit Betriebsblindheit einher geht.




Dort, wo die Dinge unscharf werden, im Allerkleinsten, noch kleiner, unvorstellbar winzig, da wird es für mich spannend, in der Quantenmechanik. Einstein wollte es nicht wahr haben, "Gott würfelt nicht" sagte er. In der Quantenwelt werden die Dinge unscharf, es gibt lediglich "Wahrscheinlichkeiten" im Meer der Möglichkeiten. Das NICHTS, so unbegreiflich es schon ist sich das vorzustellen, nur darüber zu denken, wie unmöglich es ist es dies darzustellen. Als künstlerischen "Kamikaze" Versuch unternehme ich es dennoch.

Die Faszination vom Nichts beschreibt Rolf Stange auf seinem Reiseblog, 10. bis 12. August 2016, Nordausland.  Dies ist ein sehr guter Grund auch in 2017 mich dort wieder auf die künstlerische Suche nach dem NICHTS zu begeben. Spitzbergen ist und bleibt mein Sehnsuchtsort! Von dort sind diese unscharfen Fotos vom letzten Jahr.




Gleichzeitig STRUKTUREN, Horizontale, wie Landschaft, Fotoinspiration aus Japan



Eine neue Bildsprache entwickelt sich. Das im Verborgenen bereits angelegte arbeitet sich an die Oberfläche, angeregt  durch die vielfältigen Reiseinspirationen, manifestiert sich auf einem Blatt Papier.




Mit allerkleinsten Strukturlinien, die nichts darstellen oder illustrieren wollen, nur Linien, viele winzige aneinandergereihte Linien. Horizontal als liegende, ruhende Fläche, Erdnah - wie Klee es ausdrückt:

Die Last der Dinge «Eine völlige Unterwerfung unter das Gebot des Lots bedeutet den Zustand der Lage. Man liegt und gibt jede Gegenwirkung auf. Man setzt sich auf der ganzen Breite dem Lot aus.»
Paul Klee, Bildnerische Gestaltungslehre, Mechanik, BG II 21/13
Wie alle Lebewesen und alle Materie auf der Erde ist der Mensch dem Gesetz der Schwerkraft unterworfen – dem «Lot», wie Klee es nannte. Die Schwerkraft hemmt die Bewegung oder bringt sie gar zum Stillstand. Der Mensch verharrt im «Schicksal der Gebundenheit». Die Folge ist eine Ruheposition, die Klee als «Lage» bezeichnete. Stillstand war für Klee nur ein Sonderfall, denn für ihn galt: «Der gewöhnliche Zustand der Dinge im Weltraum ist also: der Zustand der Bewegung.» Klee bezog sich in seinen Auslegungen auf Goethes Metamorphosenlehre, in der die Natur als ewig veränderlich und bewegt dargestellt wird, ohne je zum Stillstand zu kommen. In Klees Werken tauchen Themen wie Schwere, Last und Gravitation auf, ausgedrückt durch bestimmte Motive, aber auch durch formale Bildelemente wie Farben oder Flächen.




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