Pipistrello ist Italienisch und heißt Fledermaus. Von der Decke hängend kann dieses Lebewesen die Welt aus einer anderen Perspektive betrachten. Von ihm lernend möchte auch ich das Leben aus einer gewissen Distanz anschauen. Auf den Kopf gestellt und mit einem anderen Blickwinkel erlebt begegnet mir das Leben mit mehr Humor und Glücksmomenten.


Sonntag, 28. August 2016

silent sunday #91


ICH WAR DA! In Bern im Haupt Verlag! Bern hat mir überaus gut gefallen. Es war leicht in dieser überschaubaren, gemütlichen Stadt den Weg zum Falkenplatz zu finden, mitten im Universitätsviertel an einem ruhigen Park gelegen. Freundliche Mitarbeiter im Buchladen Paradies. Mit Heidi Müller, der Lektorin, hatte ich ein ganz tolles Gespräch. Unter anderem erfuhr ich, das sie Freunde in Köln Dellbrück hat, meinem Heimatort, die einen kleinen Ausstellungsraum führen. Die Welt ist wohl doch nur ein Dorf und die Netzwerke bilden sich von ganz alleine. 
Mehr von Bern in den nächsten Woche aus dem Zentrum Paul Klee!




Sonntag, 21. August 2016

silent sunday #90

„Die Angst davor, dass das Leben unvollständig bliebe, ein Torso; das Bewusstsein nicht mehr der werden zu können, auf den hin man sich angelegt hatte. So hatten wir die Angst vor dem Tode schließlich gedeutet. Doch wie kann man sich, fragte ich, vor der fehlenden Ganzheit und Stimmigkeit des Lebens fürchten, wo man sie doch, wenn sie einmal zur unwiderruflichen Tatsache geworden ist, gar nicht mehr erlebt? … Unser Leben, das sind flüchtige Formationen aus Treibsand, von einem Windstoß gebildet, vom nächsten zerstört. Gebilde aus Vergeblichkeit, die verwehen, noch bevor sie sich richtig gebildet haben.“
ZITAT : Wikipedia  "Nachtzug nach Lissabon", ein Buch das mich ungemein berührt hat. Ein guter Grund von mehreren in der kommenden Woche nach Bern zu fahren. Auf der Suche sein, nach dem Nichts auf physikalischer Seite im Einstein Museum und quasi als künstlerische "Fortbildung" im "Zentrum Paul Klee". Einstein lebte in Bern und arbeitet im dortigen Patentamt. Während er vielleicht "Langeweile" hatte und wenig angestrengt tätig war "dachte er sich" unter anderem die "allgemeine Relativitätstheorie" aus.



Distanz hilft immer, raus aus einer nahen Betrachtungsweise die mit Betriebsblindheit einher geht.




Dort, wo die Dinge unscharf werden, im Allerkleinsten, noch kleiner, unvorstellbar winzig, da wird es für mich spannend, in der Quantenmechanik. Einstein wollte es nicht wahr haben, "Gott würfelt nicht" sagte er. In der Quantenwelt werden die Dinge unscharf, es gibt lediglich "Wahrscheinlichkeiten" im Meer der Möglichkeiten. Das NICHTS, so unbegreiflich es schon ist sich das vorzustellen, nur darüber zu denken, wie unmöglich es ist es dies darzustellen. Als künstlerischen "Kamikaze" Versuch unternehme ich es dennoch.

Die Faszination vom Nichts beschreibt Rolf Stange auf seinem Reiseblog, 10. bis 12. August 2016, Nordausland.  Dies ist ein sehr guter Grund auch in 2017 mich dort wieder auf die künstlerische Suche nach dem NICHTS zu begeben. Spitzbergen ist und bleibt mein Sehnsuchtsort! Von dort sind diese unscharfen Fotos vom letzten Jahr.




Gleichzeitig STRUKTUREN, Horizontale, wie Landschaft, Fotoinspiration aus Japan



Eine neue Bildsprache entwickelt sich. Das im Verborgenen bereits angelegte arbeitet sich an die Oberfläche, angeregt  durch die vielfältigen Reiseinspirationen, manifestiert sich auf einem Blatt Papier.




Mit allerkleinsten Strukturlinien, die nichts darstellen oder illustrieren wollen, nur Linien, viele winzige aneinandergereihte Linien. Horizontal als liegende, ruhende Fläche, Erdnah - wie Klee es ausdrückt:

Die Last der Dinge «Eine völlige Unterwerfung unter das Gebot des Lots bedeutet den Zustand der Lage. Man liegt und gibt jede Gegenwirkung auf. Man setzt sich auf der ganzen Breite dem Lot aus.»
Paul Klee, Bildnerische Gestaltungslehre, Mechanik, BG II 21/13
Wie alle Lebewesen und alle Materie auf der Erde ist der Mensch dem Gesetz der Schwerkraft unterworfen – dem «Lot», wie Klee es nannte. Die Schwerkraft hemmt die Bewegung oder bringt sie gar zum Stillstand. Der Mensch verharrt im «Schicksal der Gebundenheit». Die Folge ist eine Ruheposition, die Klee als «Lage» bezeichnete. Stillstand war für Klee nur ein Sonderfall, denn für ihn galt: «Der gewöhnliche Zustand der Dinge im Weltraum ist also: der Zustand der Bewegung.» Klee bezog sich in seinen Auslegungen auf Goethes Metamorphosenlehre, in der die Natur als ewig veränderlich und bewegt dargestellt wird, ohne je zum Stillstand zu kommen. In Klees Werken tauchen Themen wie Schwere, Last und Gravitation auf, ausgedrückt durch bestimmte Motive, aber auch durch formale Bildelemente wie Farben oder Flächen.




Sonntag, 14. August 2016

silent sunday #89

Stopp mal! RUHE wünsche ich mir nicht nur am Sonntag.



INNEHALTEN und überdenken:  nach einer sehr anstrengenden Woche mit einem Kunst-Kinder_Projekt frage ich mich: ist es normal das Kinder in Alter zwischen 8 bis 11 Jahren keine halbe Stunde am Stück sich auf eine Sache konzentrieren können? Oder: wenn sie eine Frage stellen woanders hinschauen, sich null interessieren, während ich antworte?









Anstatt buddhistische Gelassenheit zu entwickeln bin ich zum bösen Geist mutiert. 
Voller Verzweiflung ob ich für den Job überhaupt noch geeignet bin.



Das GUTE an der Sache: eine sehr liebe Kollegin berichtete mir, tröstete mich!- das die anderen Kollegen in vorigen Kurs mit den speziellen Kandidaten und einer Kandidatin die gleichen Schwierigkeiten hatten. Beispiel: zwei Jungs, die bei der Oma zu Besuch waren, wären bestimmt  in einem Zeltlager (oder etwas Ähnliches) besser aufgehoben gewesen. (Spielen und bolzen den ganzen Tag!) So quälten sie sich extrem lustlos durch einen kreativ Kurs wo sie durch "null Bock" Verweigerung sich und mir das Lebens schwer machten, permanent auf den Spielplatz rannten! Eine "scheiss Gruppendynamik" entstand. Ein Spagat für mich, sowohl für die anderen Kinder da zu sein bei gleichzeitiger Anstrengung wenigstens ein Minimum an Ergebnis zu erzielen. Die bezahlenden Kinder haben doch ein Recht darauf, oder?
Oma fragte am letzten Nachmittag: "Hatten Sie die gleichen Schwierigkeiten wie ich?" Sie gestand mir, das sie vor dem geplanten Samstags Ausflug mit den beiden Jungs ANGST habe.
Muss es wirklich soweit kommen? Was ist los in der Welt wenn Eltern ihre Kinder so wenig kennen, daß sie nicht abschätzen können was für die Kinder gut ist?


Woran das liegt, diese Entwicklung die seid ein paar Jahren vor sich geht (so die Kollegin Angie) frage ich mich schon. Ein Aspekt ist vielleicht, das diese smarten Telefone auf einen WISCH reagieren und mühelos zwischen den Anwendungen wechseln. Beeinflusst das unser Gehirn? Unsere Erwartungshaltung das ALLES ganz schnell und SOFORT zu geschehen hat? Macht dies die Kinder so ungeduldig? Reizüberflutung bei mangelnder Geduld und Ausdauer führt vielleicht zu den vorgestellten Phänomenen? Es bleiben mehr Fragen als Antworten, ausser Ihr schreibt eure Meinung dazu.
















Sonntag, 7. August 2016

silent sunday #88







Hier seht ihr was ich als Kind gemalt habe. Ines, die meinen Katalog macht, meinte das man als Kind häufig schon eine Vorstellung davon hat wie das Berufsleben aussehen soll. Natürlich habe ich das Klischee vom Künstler gepinselt, obwohl? Als Kind von ungefähr zehn Jahren war ich aus familiären Gründen mit nach Paris gefahren. Auf dem Montmartre habe ich die Künstler beobachtet und war gar nicht mehr weg zu zerren von diesem Ort. Unter Androhungen ist es meiner Mutter doch gelungen, sonst wäre ich sicher immer noch da.


Kann man Stille hören? 

JA, wenn Frau sich weit genug in die Natur zurück zieht. In Vorbereitung auf meinen Katalogs, quasi eine Retrospektive meine bisherigen künstlerischen Tätigkeiten, erinnerte ich mich lebhaft an die Erfahrung von Stille im Kloster Maria Reichenbach. Wer runter scrollt bis nach unten auf dieser Webseite findet den Film, hier sieht man gegen Ende wie die Kräuterhilfen mit der kleinen Seilbahn hinauf zur Wiese fahren um dort die Natur-Heil-Pflanzen einzusammeln.
Im Kloster kann man sich als Kräuterhilfe für zwei Wochen bewerben, Kost und Logis sind frei, die Bergwelt drumheum lässt sich am Abend immer noch mit einem Spaziergang erkunden. Es gibt keine Verpflichtung sich am religiösen Leben zu beteiligen. Für mich war der Aufenthalt eine sehr besondere Erfahrung, insbesondere die Seilbahnfahrt hinauf zur Musenalp durch sehr dichten Nebel. Ein Moment wo ZEIT still zu stehen scheint und das NICHTS wirklich für mich fühlbar wurde. Ein überaus prägendes Erlebnis. Das "Phantom"das ich heute zu zeichnen versuche.