Pipistrello ist Italienisch und heißt Fledermaus. Von der Decke hängend kann dieses Lebewesen die Welt aus einer anderen Perspektive betrachten. Von ihm lernend möchte auch ich das Leben aus einer gewissen Distanz anschauen. Auf den Kopf gestellt und mit einem anderen Blickwinkel erlebt begegnet mir das Leben mit mehr Humor und Glücksmomenten.


Sonntag, 31. Juli 2016

silent sunday #87






Vergangene Woche war ich als Dozentin bei der Krea tätig, die Druckwerkstatt. 



Die abgewandelte Form der Gelli plate für "chaotische Kinder" brachte diese Ergebnisse. Auf Plexiglas Platten lässt sich auch gut die Idee vom Farbe ausrollen, Strukturen hinterlassen und abdrucken üben. Sehr gute Ergebnisse entstanden mit Japan Papier von der Rolle, die ich zu kleineren Formaten zurecht "geschnitten" hatte. Ihr wisst, Japanpapier teilt man indem man mit einem Wassernassen Pinsel der Trennnaht entlang fährt und dort das Papier reissen kann. Es bleibt der Eindruck vom Büttenrand erhalten.





Die kleinen Plastik Platten zu einer grösseren Fläche auf ein Holzbrett geklebt ergibt dann die gute Größe für eine Gemeinschafts Arbeit. Dir rechteckigen Nähte bleiben im Abdruck als Struktur erhalten .






Und den Milchtütendruck, also die Inspirationen aus der Blogger Community, konnte ich als Methode vorstellen, sehr überraschend für die Kinder.
Was auch immer super funktioniert: Arbeiten mit Fundstücken. In der Holzkiste gibt es so viele Reste von Holzstücken die zu einer neuen Form inspirieren! Zufall ist Glücksfall. Mit dem Holzstück in Dialog treten und etwas komplett Neues erfinden! Solche Ergebnisse kann man / Frau / Kind sich nicht aus den Fingern saugen, aber die Ergebnisse sind so überzeugend!

Eine Welt wo jemand etwas abgebissen hat.















Ein Ameisenbär aus einem Holz-Fund-Stück.
So sehen die Stempel aus wenn Kind die bereits existierenden Figuren aus Film und Comic reproduziert. Zwar kenne ich die Vorbilder nicht, sehe aber das die Zufalls Methoden wirklich viel kreativere Ergebnisse bringt!





Was sehr gut geklappt hat ist das ausrollen der Linoldruckfarbe auf Haushaltsfolie. Eine Glasplatten zu nutzen war mir bei Kindern zu heikel, wenn die runter fällt und zerbricht? Verletzungsgefahr. Immer wieder neue Folie über die angetrocknete Farbe gelegt, festkleben und weiter machen, kinderleicht!


Nach dem Drucken kommt das "aufräumen" und "verwerten". Wenn so viel Material zur Verfügung steht kann daraus etwas Neues entstehen. Am letzten Vormittag machte die Kinder diese vor Phantasie sprühenden  Collagen. Die Einladung ist von mir aus den Drucken der Kinder entstanden.

 Gespensterparty: leider unscharf, Handy Foto Qualität und verwackelt, aber dennoch. . .



Der Zwischenraum, Christian Morgenstern Gedicht: "Der Lattenzaun" war mein Einstieg in die Welt von Positiv/ Negativ, wie wir es als erfahrene Kreative kennen. Für die Kinder ist es ein Abenteuer was sie erst mal verstehen müssen. Ist gelungen, wie die Collage zeigt: Ritter mit seinem Zwischenraum!







Sonntag, 24. Juli 2016

silent sunday # 86 Buchbinden light 3



Am Samstag hatte ich noch einmal zwei sehr liebe Menschen im Atelier zum Buchbinden. Wie immer geht es bei mir schwer experimentell zu. Das besondere Highlight war die Madonna aus einem PRADA (?) oder einem anderen Luxus Designer Katalog von der letzten Saison 2015, aus Tokyo mitgebracht. Umso mehr freute es mich das sich hier sein Sinn und Zweck erfüllte, in einem farbenfrohen Buch Verwendung zu finden.


Die andere Teilnehmerin bevorzugte es edel und schlicht, was auch ein bestechendes Ergebnis sein kann.
Mein Tipp für diesen Sonntag: Hefte machen! Für die verschiedensten Projekte mache ich mir ein Heft um die Gedanken zu sortieren und zu strukturieren. Leider(?) habe ich immer zu viele Ideen und so kann ich die Dinge im Zaum halten. Ordnung ist Klarheit! Und die Dinge dorthin bringen wo se hingehören macht mir diese Ordnung leichter.

Vielleicht mal die FLOW aufbrauchen? Das Thema vom Heft steht gleich mit drauf. Hier die Samstags Ausbeute.


Oder aus meinem Fundus:





In diesem lustigen Heft notiere ich meine Ideen für die Kinderkurse in der Kreativitätsschule. Es ist ein Foto aus Tokyo welches Spielzeug Kreisel zeigt die zum Verkauf im Körbchen liegen. Spielzeug fand ich passend für die Schule der Kreativität. So drucke ich das Foto RANDLOS aus auf Nostalgie Papier von Schoellershammer. DAS hat die perfekte Grammatur für ein Heft, wie ich meine. Es lässt sich sehr gut falten und ist gleichzeitig stabil genug um den inneren Blättern Halt zu geben.




Eine weitere Art individuelle Hefte zu gestalten: einen flachen Gegenstand auf den Scanner legen, kopieren und ausdrucken. Ein Spitzendeckchen bringt genügend Surrealismus aufs Papier wenn es mit ein paar Strichen ergänzt wird.  So wirkt es wie genäht. Illusion pur! So was mag ich sehr.

Noch ein paar Beispiele von Foto Ausdrucken auf Schoellerhammer, Zen Garten in Kyoto.






Eine zersprungene Glasscheibe. Gebunden mit dem Faden nach aussen. Ob der Faden nach innen kommt oder aussen sichtbar ist bleibt reine Geschmacksache. Auf die Funktion hat es keinen Einfluss.



Weiter Abbildungen aus dem Kurs: wenn das Ringbuch farblich perfekt zum Kleid passt!




Ein Blatt noch aus der Gelli Druck Aktion fand hier seine Bestimmung als Ringbuch.


Montag, 18. Juli 2016

silent sunday #85



Am Sonntag hatte ich keine Lust auf posten. Heute und morgen soll das Wetter so gut werden das ich meine Erledigungen mit dem Fahrrad machen kann. Hoher Identifikation Anteil: wie ich es bin so ist mein Fahrrad, ein nostalgisches BASIS Modell ohne Gangschaltung - man beachte den Dinosaurier anstelle des Gazelle Kennzeichen.
Freut euch auf ein paar schöne Sommertage in den Krisen Zeiten!

Sonntag, 10. Juli 2016

silent sunday #84 Buchbinden light / 2

Nun verate ich euch was: nämlich die ganzen Geheimnisse vn meinem Plan Buchbinden light. Ihr wundert euch zurecht, so war das doch gar nicht gedacht, oder?
Wie ich das wieder zurechtbiegen soll? Mir ist bewusst das ich möglicherweise bei einigen eine Enttäuschung hervorrufe. . .  aber ich habe entschieden das Projekt nicht weiter zu verfolgen und bereits beim Verlag "abgesagt"

In der Vorbereitung für das erste Kapitel war ich durch. Das Script an den Verlag geschickt und abwarten. Dachte ich. Aber es liess mir keine Ruhe, grummelte in dem Baubereich der für Intuition steht. WARNSIGNALE und Ängste, Sorgen Zweifel.



DAS ist verdammt viel Arbeit so ein Buch, ich sag´s euch. Die Grundstruktur schlüssig und logisch zu entwickeln, GUTE Fotos machen die dem technischen Anspruch genügen (ausreichend Pixel für Druckqualität), das Material kaufen und ausprobieren (finanzielle Vorleistung). . .  die Tragweite ist mir erst klar geworden als das Script unterwegs war. Zumal auch die Ursprungsidee, Unikate als Bucheinband herzustellen, bereits von einer anderen Autorin verwirklicht wurde siehe: (Neuerscheinung im Herbst)



Ihr entschuldigt bitte und versteht mich hoffentlich, ich habe das Projekt beim Verlag abgesagt. UND ich war sehr erleichtert!
DAS GUTE an der Sache ist nun: alle meine Ideen werde ich nach und nach posten, so das ein reger und inspirierender Austausch entsteht! Vielleicht entwickelt sich eine Idee für eine Weihnacht mail Art / Ideen für Geschenke, in kühnen Träumen die Gestaltung eine Buches als PRINT ON DEMAND, der bei Amazon KOSTENLOS sein soll. (Katrin weiss darüber mehr).














HIER die Anleitung  No1 HEFT gemalt und gestickt

Mit diesem Schwammstempel habe ich mit Aquarellfarbe munter drauf los Punkte auf Boesner Skizzenpapier verteilt, trocknen lassen.
Diese Blatt auf den Scanner legen, kopieren und ausdrucken auf Nostalgie von Schoellershammer. Die Grammatur ist m.E. perfekt um es als Heft zu binden.

Der Scan wird weiterverarbeite in dem ich darauf zeichne, mit einem "ZAUBERSTIFT" der nach einiger Zeit wieder von alleine verschwindet. So habe ich keine Bleistiftlinien die ich mühsam wegradieren muss.

Mit einer Ahle steche ich die Löcher vor, auf Filz als weiche Unterlage. Vorgestochene Löcher sind leichter zu sticken - ein vergessenes Loch kann aber auch nachträglich mit der Sticknadel / Nähnadel durchstochen werden. Das als alleinige Technik, ohne vorher zu "löchern", erscheint mir zu mühsam.

Bei der äusseren Kreisform,  da ist der Faden doppelt, bei den Strahlen innen ist der Faden einfach genommen. Sehr meditative Technik, mit dem Faden "nur" rauf und runter, ein Weg hin, wieder zurück und die Linie ist geschlossen, hinter vernähen, fertig. Die Knoten und vernähten Faden Enden habe ich zum Schluss mir etwas Uhu fixiert.

Noch ein paar Anregungen zum sticken mit blauen Aquarellpunkten, quasi" ZENtangel mässig.
Als letztes Bild mein HEFT, das mit 12 Doppelseiten Boesner Skizzenpapier fertig geworden ist. Wie ein Heft gebunden wird, muss ich das erklären?





Sonntag, 3. Juli 2016

silent sunday # 83 PUNKTE und KRINGEL








Auf der Suche nach Materialien, WIE ich ein Moleskinheft "verschönern" kann, probierte ich sogar Aquarellfarben. Die von Windsor&Newton, solche mit WEISS Anteil die recht deckend sind. Bild eins auf grauem Einband. Sogar auf Schwarz funktioniert es! Nur weil es englische Farben sind muss ich sie nicht meiden, trotz dem Rückfall in die "Monarchie".








Für das Buchprojekt :HAUPTsache! überlegte ich, wie ich den Umgang mit einer Schablone erklären kann. DIESES Beispiel habe ich nicht ausgewählt für das Buch, weshalb ich es hier im BLOG zeigen kann. Der Trick besteht darin durch die Kante von der Schablone eine klare Kontur zu erhalten. Was sich im Inneren der ausgeschnittenen Form abspielt ist austauschbar. Punkte, Kringel, Schrift, alles egal! Echt, bitte selber testen! 





In dieses Heft schreibe ich meine Gedanken über Kunst die mit buddhistischem Gedankengut im Zusammenhang stehen. So habe ich dem inneren Thema, dem Inhalt, eine optische Form gegeben. Die Kreisform ist schlechthin ein Merkmal für ZEN, genannt ENSO.

Freitag, 1. Juli 2016

:HAUPTsache #1 PUNKTE / JULI








So, jetzt geht es los! Im Juli heisst das Thema PUNKTE und hier gebe ich einig Inspirationen dazu. Am Ende vom Post sind die Spielregeln erklärt und was der Sinn und Zweck ist vom Projekt.



EINSTIMMUNG ins Punkte Thema:
Dieser gelbe Kürbis "PUMPKIN" steht auf der Insel Naoshima in Japan. Ein herrlicher Ort an dem ich gene länger geblieben wäre als nur einen Tag. Die Künstlerin Yayoi Kusama hat ihn geschaffen. Sie ist, in meinen Augen sehr bemerkenswert, weil sie schon sehr früh in New York mit ihren Kunstaktionen eigene Wege ging. Darüber hinaus rührt mich besonders ihr persönliches Schicksal. 









In Interviews beschreibt sie ihre Kindheit. In der Zeit in Japan, als sie Kind war, weckte ihr Wunsch Künstlerin zu werden keine Begeisterung. Für sie vorgesehen war die klassische Lebensform "Heirate, Kinder, dem Mann dienen". Trotz Berücksichtigung der Einstellung damaliger Zeit, empfinde ich die Entscheidung und Aussage der Mutter als sehr grausam: sie bekam das Geld um nach New York zu gehen mit der Bedingung, nie wieder nach Japan zurück zu kehren. Heute lebt sie allerdings wieder in Japan, in einer psychiatrischen Einrichtung. 1977 kehrte sie zurück nach einem seelischen Zusammenbruch.

Meine persönliche Ansicht und Interpretation dazu:
sie hatte die Stärke ihre "Schwäche" zu erkennen und Hilfe anzunehmen



Diese schöne Landschaft erzählt eine harmonischer Geschichte. Herumspazieren bei Sonnenschein und Kunstwerke entdecken machte Freude. Klar gibt es auch Informationen, aber ich lese das immer erst hinterher, lasse mich lieber überraschen. So kann ich auch nicht sagen von wem diese Skulptur ist. Mir gefiel besonders wie die ausgestanzten "Punkte" sich rundum ausdehnten, so ähnlich wie Räume die Yoyoi Kusama schuf. Komplett umhüllt im Punkte Wahn.

Wer dieses Objekt gemacht hat weiss ich nicht mehr. Leider fand ich auch keine Information auf der Webseite Benesse House, die sonst sehr ansprechen und informativ ist.










Dies ist jetzt die Innenansicht vom roten Pumpkin, der begehbar ist. Auf dem ersten Bild, links, erkennt man Beine, die sich durch die Öffnung schieben.





Gleiche Insel, gleiches Land, gleiche Künstlerin.










 BESCHREIBUNG PROJEKT PUNKT!

Der Juli begint mit PUNKTEN. oder POLKA DOTS 

Jeden Monat poste ich ein neues Thema zum Projekt :HAUPTsache! 

Dem Buch gebe ich den Arbeitstitel: "BUCHBINDEN light" 

Thema ist aus gekauften Skizzenbücher oder selbst gemachten Heften etwas eigenes, ein Unikate, herzustellen.

Also hier einen Weg zu zeigen WAS man Alles mit gekauften Skizzenbüchern, Heften Kalendern u.ä. machen kann um den EINBAND aufzupeppen.

Welche Technik ihr wählt zu dem Thema ist euch überlassen. Hier geht es um ARTENVIELFALT! Also die geballte Phantasie auszuleben! Sich aufmachen, spontan, unkompliziert ohne grosses Nachdenken. Gezeichnet, geklebt, bemalt, bestickt, was euch in den Sinn kommt. Die einzige Einschränkung für das erste Kapitel: es müssen PUNKTE sein.

Mein Spagat besteht darin, euch zu locken, zu inspirieren OHNE schon zu viel von dem Buch zu verraten, denn es soll ja noch eine Überraschung drin sein wenn es fertig ist.


Derweil sitze ich am ersten Kapitel. Es ist das wichtigste weil es die Grundstruktur festlegt. Der Plan ist: verschiedene Techniken und Vorgehensweisen und Projekte zeigen, jeweils inspiriert von einem Künstler/ Künstlerin! Ein Schwerpunkt dabei ist die COMMUNITY, also IHR, mit euren Beispielen was alles machbar ist. Daraus kann ich für die Abbildungen auswählen (gerechte Verteilung, versprochen!) Als Belohnung gibt es Belegexemplare!

Mein bescheidenes Beispiel ist ein Moleskin Schreibheft welches ich mit den Klebepunkten versehen habe. Ein spontaner Einfall! Auf den Schraubverschlüssen der fettarmen Milch in der Schweiz (AIR Winterthur) habe ich diese Punkte gefunden habe. Meine Lieblingsfarbe BLAU! Da konnte ich nicht widerstehen, habe sie abgeknibbelt und auf das Büchlein geklebt. So scheint es fast als wenn dort der erste Impuls herrührt?

PUNKTE SIND FRÖHLICH!

sind:
geometrische Grundformen,
dicht beieinander oder auseinander driftend
gross oder klein
bunte Konfetti
chaotisch oder sortiert
geschnitten, gerissen
mittels Schablone gezeichnet 
frei gezeichnet
ausgestanzt
bunt oder uni
in Linien angeordnet 
verstreut