Pipistrello ist Italienisch und heißt Fledermaus. Von der Decke hängend kann dieses Lebewesen die Welt aus einer anderen Perspektive betrachten. Von ihm lernend möchte auch ich das Leben aus einer gewissen Distanz anschauen. Auf den Kopf gestellt und mit einem anderen Blickwinkel erlebt begegnet mir das Leben mit mehr Humor und Glücksmomenten.


Sonntag, 26. Juni 2016

silent sunday # 82 echt falsch







In den letzten Tagen sagte jemand zu mir, SINNGEMÄSS zitiert und so wie ich es verstanden habe hier wiedergegeben: ich möchte dir helfen, dich ermutigen, im richtigen Leben zu bleiben, bzw. anzukommen.

WAS ist das richtige Leben? Ist die digitale Welt das richtige Leben? Wahrnehmung und Gefühle sind so unterschiedlich wie es Menschen gibt, bei allen Basis Gemeinsamkeiten die wir haben. Ich halte es für äusserst zweifelhaft zu behaupten: DIES IST ES! DAS ist das richtige Leben und nicht das andere. 

Schon vor Japan habe ich mich sehr mit der Philosophie des Buddhismus beschäftigt, was auch die Motivation war dort zu pilgern. Für diejenigen die zu dem Thema, auch aus wissenschaftlicher Sicht, dazu lernen möchten: schaut hier einmal vorbei, kostenlos und toll. Allerdings in Englisch. Zu jedem Video gibt es den Text noch mal zum nachlesen, also machbar.

Buddhism and Modern Psychology  | Princeton University







Zum Thema Illusion eine kleine Geschichte aus Japan zu dem FAKE MUSEUM. Natürlich heisst das nicht so sondern OTSUKA ART MUSEUM. Den Begriff verwende ich immer um es auf den Punkt zu bringen: in diesem Museum hängen "nur" Repliken der europäischen Kunst Highlights vom Mittelalter bis Moderne. Das ist auf eine Weise der "Hammer" die sixtinische Kapelle und andere Räume sind komplett nachgebaut!!! Entgegen dem üblichen Verbot, in einem Museum zu fotografieren, war es hier erlaubt, na ja, ihr wisst schon, Urheberrecht usw.

Bei der Mona kommt mir das Lächeln so anders vor. Es hat nicht diese Innigkeit wie im Original was meines Erachtens an den Mundwinkeln liegt. Etwas mehr Tiefe durch Dunkelheit hat es im Original. Ein so "minimaler" Unterschied mit extremer Wirkung.


Desgleichen bei diesem Veermeer. So weit ich informiert bin hat Veermeer für seine Bilder eine Lochkamera benutzt, weshalb auf der Lippe des Mädchens sich die Spucke als kleine Bläschen zeigt, DAS hat er auch gemalt. Hier ist es nicht vorhanden, verloren gegangen im Reproduktionsprozess?
Da frage ich mich schon: was ist real, was ist die Illusion? Die für mich erstaunlichste Wahrnehmung: die Abbildungen beeindrucken mich nicht. Das fühlte sich an wie bei diesem Experiment mit den Froschschenkeln: die zucken noch obwohl sie schon tot sind. (Galvinismus) Die andere Perspektive auf diese Museum zu schauen: wie ist die Rezeption von Kunst wenn ich, die japanischen Besucher, sich diese Repliken anschauen? Was begreifen sie von europäischer Kunst? Werden sie emotional angerührt? Klar, nicht jeder hat das Geld mal so eben durch ganz Europa zu reisen um sich alle diese Kunstwerke im Original anzuschauen, zumal sie den den unterschiedlichsten Orten in den verschiedensten Museen untergebracht sind. Aber darüber nachdenken ist ja erlaubt. 
P.S. ich kam mir als einzige Europäerin auch etwas komisch vor, besonders als mir eine sehr hilfsbereite Japanerin erklärt wie ein Flügelaltar funktioniert, also aufklappbar je nach liturgischer Jahreszeit.






Wieso fühle ich nichts? Was hat das auf sich mit einem Kunstwerk, das es die Seele berührt, obwohl es sich um ein wenig Ölfarbe oder Zeichenstift handelt auf einem Bildträger? (Andere Materialien eingeschlossen) Ist das "reales Leben" sich mit solchen Gedanken zu beschäftigen? Muss wohl, weil andere vor mir sich dieses zum Thema als philosophischen Diskurs gewählt haben. Siehe nach bei Heidegger: der Ursprung vom Kunstwerk.

TOLL, bei Stefan Lochner kann ich es jederzeit überprüfen, ob es mich beeindruckt oder nicht. Ist ein Heimspiel! Zumal ich eine Künstlerkarte habe und jederzeit kostenlos in ein Museum gehen kann. So war in der Ferne die "Heimat" wieder nah.
Ganz REAL ist das Buchprojekt :HAUPTsache! das am 1. Juli startet _ ich freue mich auf euch und eure Beiträge!


Sonntag, 19. Juni 2016

silent sunday #81






Über das Pilgern: pilgern beginnt zu Hause, wie ich jetzt festgestellt habe. Mit der Entscheidung so ein Unterfangen anzu-gehen, wörtlich gemeint, scheint eine innere Veränderung einzutreten die Welt mit anderen Augen zu sehen. So bestätigt es auch Frau Annabelle Springer vom Rautenstrauch Joest Museum in Köln. Mit ihr traf ich mich um von meinem Eindruck auf Shikoku als O HENRO zu erzählen. In Köln wird im Oktober die Ausstellung zum Thema eröffnet. Mein bescheidner Beitrag: ein paar Mitbringsel aus Japan.
Die Figur stellt Kobo Daichi dar, auch Kukai genannt, der Begründer der 88 Tempel Route auf Shikoku.




Kukai heisst wörtlich: Himmel und Meer. So nannte Kobo Daichi sich selbst. Der Name verweist auf die Situation und den Ort, wo er Erleuchtung erlangte. Er hatte zuvor ziemlich lange in einer Höhle am Pazifik meditiert, in einer zweiten Höhle gleich nebenan gelebt. Leute, ich war da: scheiss kalt trotz sommerlichen Aussentemperaturen, dunkel und sehr ungemütlich. Wahrscheinlich waren die Menschen damals nicht so empfindlich wie wir heute? 

So sieht es im Inneren aus. Mittlerweile ist dort ein Gedenk Ort wohin Gläubige Buddhisten und "dusselige" Deutsche hin gehen.


Überall entlang unseres Weges am Pazifik, in jedem kleinen Ort, findet man diese Hinweis Schilder. Im Falle eines Erdbebens, inklusive der Gefahr eines Tsunamis, soll sich jeder SOFORT zu diesen Rescue Plätzen begeben. Es sind Stahlkonstruktionen, luftig durchlässig um dem Wasser keinen Widerstand zu bieten, wo Treppen hinauf führen zu Plattformen die ÜBER dem befürchtetet Wasserstand hinausragen. Ich hoffe die kommen nie zum Einsatz!
Solch eine Entwicklung konnte Kukai nicht voraussehen, wenn er auch in philosophischen und religiösen Dingen seiner Zeit wohl weit voraus war.




Die Menschen glauben an ihn, an seine Kraft die übe seinen Tod hinaus als wirksam empfunden wird.
Die meisten Japaner pilgern mit Bus und Auto, nehmen sich nicht die ganze Strecke auf einmal vor. Wer dort wohnt kann ja Tempel für Tempel in Etappen besuchen. Auch organisierten Gruppen  sind wir begegnet, die von einem spirituellen Führer angeleitet werden. Ich stelle mir das vor wie eine Gruppenreise mit dem Kirchenverein wo der Pastor mit dabei ist. Menschen sind gleich überall auf der Welt: sie suchen Glück, wollen Leid vermeiden und hoffen auf Linderung oder Heilung wenn sie krank sind. 

Utensilien wie sie auf der Pilgerschaft getragen werden und in fast jeden Tempel gekauft werden können. Tempel EINS hat natürlich ein besonders reichhaltiges Angebot. Westen mit und ohne Ärmel, eine grosse Auswahl an "Stamp Books" in das die wunderbaren Kalligraphie eingeschrieben werden. Den Hut, den Wanderstab, ein kleines Büchlein mit der Herz Sutra, und vieles mehr.
Zu meinem Hut gibt es eine wunderschöne Geschichte: das ganze "Vergnügen" kostet ja auch einiges und so geizte ich am Hut, obwohl ich schon Interesse daran hatte. Ein paar Schritte von der "Main Hall" entfernt, wollte ich etwas aus meinem Rucksack holen und hatte ihn auf einer Bank abgestellt. Dort finde ich meinen Hut mit einem Schild daran: O SETTAI please take it! O-settai werden die Geschenke genannt, die man den Pilgern anbietet wenn Sie zu Fuß unterwegs sind. Das können kleine Erfrischungen sein, ein Bonbon, etwas zu essen oder eine Tasse Tee die bereit gestellt wird. So hatte eine australische Pilgerin ihren Hut zu verschenken und ich habe ihn gefunden. Das hat mich fast zu Tränen gerührt so habe ich mich gefreut! Vom Schicksal positiv ausgewählt etwas Besonderes zu erleben! So hat sich das angefühlt!
Auf einem Tisch am dem letzten Tempel Nr.88, habe ich den Hut wieder mit einem Zettel versehen und als O-SETTAI liegen gelassen. 

Andere Pilger wiederum laufen tatsächlich den ganzen Weg! An dem Tempel 88 konnte ich Menschen beobachten wie sie mit dem schweren Gepäck und zerlaufenen Schuhen zufrieden, erschöpft und nachdenklich auf eine Bank sassen. Mit einem Belgier, der dort überglücklich ankam, konnte ich mich unterhalten. Er war so euphorisch das er sofort die gleiche Strecke wieder laufen wollte, nun in entgegen gesetzter Reihenfolge. Beeindruckend so eine persönliche Begegnung!



Ich hoffe seine Freude und sein Glücksgefühl kommen noch rüber, obwohl ich seine strahlenden Augen retuschieren musste, zwecks Schutz der Privatheit. Leider habe ich versäumt Adressen zu tauschen.

Sonntag, 12. Juni 2016

silent sunday # 80 "HAUPTsache!"



ich bin wieder zurück. Den Regen habe ich definitiv NICHT mitgebracht! Dafür aber, wie ich meine , einige sehr schöne Bilder wo Wassertropfen einmal positiv rüberkommen. Mehr noch werde ich ein neues Projekt vorstellen. Zuerst aber ein paar Stille Fotos zum sonntäglichen ausruhen.



Immer wieder gefällt mir der Lotuseffekt mit den bezaubernden Tropfen, in denen sich unser kleine Welt spiegelt. Ein ganz bescheidenes, unfreiwilliges Selfie lässt sich nicht vermeiden.




Der Frühling lockt! Das Licht, das durch Baumkronen fällt heisst auf Japanisch: KOMOREBI. Besonders, wenn die Blätter noch nicht die volle Grösse erreicht haben, entsteht dieses bezaubernde Licht, voller Sehnsucht nach Dingen ohne Worte und mit der Freude über die wärmende Sonne. 





NUN aber zum PROJEKT:

noch vor meiner Japanreise habe ich mich mit meiner Idee für ein spezielles Buchbinde Buch an den HAUPT Verlag gewendet. Und Sie haben "angebissen" ! Die Beschreibung nun hier, an der anderen Schrift leicht zu erkennen.  Derzeit ist die aktualisierte Fassung im Gespräch, damit ich mich mit meiner ursprünglichen Idee abgrenze von einer Neuerscheinung im Herbst. Aber der Kern, die BLOGGER COMMUNITY mit einzubeziehen, gefällt!

Mein Plan: JEDER ist erst mal herzlich eingeladen EIN MAL im Monat der Projektidee zu folgen, die ich dann zukünftig regelmässig auf meinem Blog einstelle. (Technische Probleme hoffe ich mit Hilfe von Michaela und Katrin in den Griff zu bekommen, Danke schon mal vorab.)

NUN KONKRET: es geht darum aus bereits vorhandenen Büchern etwas EIGENES zu machen. Es wird sehr witzig werden, mitunter skurril, abenteuerlich und experimentell. Gekaufte und selbstgemachte Hefte, fertige Skizzenbücher und Gebundenes mit Buchringen und japanischer Bindung sind geplant!

KONKRET zum Ablauf: eine Auswahl der entstandenen Werke werden entweder an mich zum fotografieren geschickt oder sind schon so professionell, dass ein Foto für das Buch verwendet werden kann. Als Anerkennung gibt es ein bis zwei Belegexemplare! Bei voraussichtlich überwältigenden Ergebnissen MUSS eine Auswahl getroffen werden so das jeder mal "dran" ist mit seinem Lieblingsbuch.

Hoffentlich seid auch Ihr von der Idee überzeugt und beteiligt euch im "Fanclub" HAUPTsache! Ich freue mich schon auf die vielen Zusendungen.


MITWIRKENDE | PROCEDERE
Eine Hommage an die DIY Kultur
Aus meinen Kontakten in der Blogger Community kann ich einen „ Fanclub“ rekrutieren, der mit Begeisterung an dem Projekt mitwirken wird. Die im Inhaltsverzeichnis vorgestellten Themen werden von mir als Aufgabe im Blog vorgestellt und von den Teilnehmenden ausprobiert -(günstig erscheint mir ein vier Wochen Rhythmus). So sollten wunderbare Beispiel entstehen, die im „Buch-Binde-Buch“ veröffentlicht werden können. Gleichzeitig wird sichergestellt, das die Arbeitsschritte klar und nachvollziehbar beschrieben sind, somit für den zukünftigen Käufer leicht umzusetzen. Innerhalb eines Jahres erarbeite ich als Autorin die Anleitungen und als Künstlerin die Buch Beispiele.
ZIEL des Buches: ist die Freiheit zu vermitteln mit vorhandenen, unkomplizierten Mitteln und Zutaten spielerisch umzugehen um ein traditionelles Handwerk „modern“ und zeitgemäß zu erproben OHNE Anspruch an Perfektion, die sich ja erst durch Erfahrung und Wissen einstellen kann.
Aus „Spass an der Freud“ wie es in Köln heisst. 




TEXTBEISPIEL:
MEIN PLÄDOYER FÜR DAS HANDWERK WARNUNG Buchbinden kann süchtig machen!
Meine Leidenschaft für das Buchbinden, meine Liebe zu Papier und die Angewohnheit alles aufzuschreiben und zu notieren, vom Gedicht zum Einkaufszettel, sind der Grund für dieses Buch. Wie ein Gärtner seine kleinen Pflänzchen sorgsam in die Erde setzt, und hofft das sie anwachsen, gedeihen und viele Blüten hervorbringen werden, so hoffe ich das aus den Anregungen eine Ideen-Artenvielfalt erwachsen wird zu denen dieses Buch inspirieren möchte. Es zeigt eine kleine Auswahl der unendlichen Möglichkeiten, die so vielfältig sind wie es Menschen mit Phantasie gibt.
Mit eigenen Händen etwas entstehen lassen ist direkt, unmittelbar und macht definitiv zufrieden. Es ist ein sinnliches Vergnügen von Anfassen, schneiden, kleben. Zwischen farbigen Papieren und Bändern zu wählen , aus welcher Kombination wohl die optimale Verbindung entstehen kann und dann später ein gelungenes Ergebnis in Händen zu halten macht zurecht stolz.
Die vollkommene Ausübung eine Handwerks, wie ein versierter und erfahrener Buchbinder es vorlebt, ist beeindruckend- oder beängstigend? Dem nachzueifern ist für mich kein Ziel. Vielmehr möchte ich mit meinen Beispielen und Anregungen inspirieren und Mut machen den Charme im Nicht-Perfekten zu entdecken. Gerne gebe ich mein Wissen und meine Freude weiter. Im besten Wortsinn meine ich mit-teilen als miteinander teilen, nämlich die Entdeckerfreude mit Gleichgesinnten etwas Neues zu Entwickeln und zu verwerfen, den Prozess von ausprobieren und fertig stellen zu geniessen.
Hier gibt es keine vorgefertigten Anleitungen die zwingend eine korrekte Reihenfolge einfordern, vielmehr ist dies die Einladung die Tür zu öffnen zur fingerfertigen Kreativität, das klassisch bewährte Handwerk mit zeitgenössischen Möglichkeiten zu ergänzen.
Einbände für Hefte und Bücher, ohne Anspruch auf Perfektion zu erfinden, die Chance ergreifen mit spielerischer Freiheit tradierten Kunstfertigkeiten und traditionellen Techniken eine neue, vielleicht witzige Leichtigkeit zu geben. 



AUSWAHL an vorhandenen, fertig gebundenen Büchern, Internet Abbildung von der Berliner Firma MODULOR
http://www.modulor.de/kuenstlerbedarf-zeichnen-grafik/skizzenhefte-und- skizzenbuecher/
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BEISPIEL was so alles dabei ist:
sachiko der Kinderleichte Stick-Stich



Scan einer Zeichnung, Zufallsverfahren und Sticken und blitzartig ist ein Skizzenheft fertig!





Sticken auf Papier, ein erstes "unvollendetes " Heftchen,  Zufallsverfahren und Aquarell.



kommt das euch bekannt vor??



einfach drauf los stempeln und Filzstift Linien



So, das wars für heute. Bin nun sehr gespannt!!