Pipistrello ist Italienisch und heißt Fledermaus. Von der Decke hängend kann dieses Lebewesen die Welt aus einer anderen Perspektive betrachten. Von ihm lernend möchte auch ich das Leben aus einer gewissen Distanz anschauen. Auf den Kopf gestellt und mit einem anderen Blickwinkel erlebt begegnet mir das Leben mit mehr Humor und Glücksmomenten.


Mittwoch, 23. März 2016

Kunst & Inspiration Mustermittwoch #4

Frohe Ostern, aber ich greife vor:

Wie ich zu diesem gefundenen Osterei gekommen bin ist das Thema für den letzten März Post zum Thema ausschneiden. Damit verbunden mein Erfahrungsbericht zu dem SEHR TEUREN japanischen Drillbohrer. Den habe ich in Japan in den Fachgeschäften gesucht, mit tatkräftiger Unterstützung meines Lehrers, aber komischerweise kennt Niemand dieses Werkzeug. Das kommt nämlich wohl aus den USA dem Land mit den unbegrenzten Unmöglichkeiten.


Für Einzelblätter und auch wenige Papierlagen klappt es ganz gut, aber die Grenzen scheinen bei mehreren Papierlagen zu sein, im Gegensatz zu dem gut bekanntem Papierbohrer. Hier wird mehr Muskelkraft eingesetzt die sich lohnt weil mit einem mal der ganze Stapel geschafft werden kann. Zurück zum Musterthema: aus meinem Fundus habe ich einen schwungvollen Linienentwurf genommen, Linien mag ich einfach und experimentiere gern damit herum, nur so für Spass. Meine Freude ist es früh morgens mit dem Kaffee an der Seite rum zu wuseln. Luxus des "Rentner" Lebens.








Rückseite finde ich, wie gehabt, spannender als die Vorderseite.

Die Idee ist es eine Schablone herzustellen, mittels der man sein Muster rapportieren kann. Die Vorgehensweise mit den Löschern ist sehr alt und wurde schon lange praktiziert. Das "wunderbare weltweite Netzt" beschert uns dann auch prompt eine ausführliche Erklärung von diesem Wissen. Der Karton, so wurde der Entwurf genannt, wurde 1:1 hergestellt gemäss dem Motiv. Mittels einem mit Kohlenstaub gefüllten Säckchen, quasi ein Tampon,  stupfte man über den Löchern des Kartons, der auf der Leinwand lag, und übertrug so das gesamte Bild in seinem Aufbau und Komposition auf die Leinwand.


Ich habe mit Filzstreifen und Graphitstaub experimentiert.



Spiegeln geht auch, wobei ich mir nicht wirklich Mühe gegeben habe gelungenen einen Rapport auszutüfteln. Mir ging es um die Methode.


Interessant finde ich das für mich spiegeln immer gleich zu "Schmetterling" wird, mmcmm.


Die Linienschwünge haben was, sind aber sehr anfällig und vergänglich, wenn sie in dem gepuderten Zustand bleiben. Da habe ich noch mal mit einem Filzstift die Punkte fixiert und mit dem Radiergummi drüber gegangen um den Graphit zu entfernen. Potential für einen kleinen Hefteinband, dauert aber noch etwas. Da habe ich so eine Idee im Kopf den "Club der Blog-Buchbinder" zu gründen. Wer möchte da mit machen? Vielleicht lässt sich das mit mustern nach Müllerinnen Art verbinden?




Und der Mensch sucht nach Sinn, immerzu. Ob in Wolken oder auf einem Rorschach Testbogen ist gleichgültig. Das Phänomen heisst "Gestaltfindungstendenz", schönes Wortungetüm. das aussagt, das Menschen die Tendenz haben "gute, deutliche, prägnante Gestalten zu erkennen". Dies geht zurück auf Christian von Ehrenfels, Gestaltpsychologie, der hats erfunden. Gemäss der Jahreszeit sah ich das EI, womit sich der Kreis schliesst und ich beim ersten Bild angekommen bin.

FROHER OSTERN!

dfgvb

Kommentare:

  1. Toll!
    Ostern ist ja auch das Musterfest schlechthin, oder?
    LG Augusta

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  2. Wenn du auch Anfängerinnen nimmst, bin ich gern beim Blogbuchbinderclub dabei... Deine zarten Ostereier würden gerade sehr gut zu Michaelas zarter Osterkarte passen, die mir zur Freude auf dem Tisch liegt... Lieben Gruß und danke für deinen Besuch bei mir - ich bin auf dem besten Wege in den Luxus des Rentnerlebens und probiere zeitweise schon mal ;-) - Ghislana

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  3. Tolle Technik, tolle Ergebnisse!
    Liebe Grüße
    Christine

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  4. Wow. Das ist viel Material und Wissen und Inspiration hier. Danke. Beim Blogbuchbinderclub wäre ich gern dabei.
    Bei mir lief es diesmal ähnlich, ich musterte lose Kreise und es wurden auch Ostereier daraus. Dank deinem Hinweis zur Gestaltfindungstendenz weiß ich ja nun, warum.
    Viele Grüße von Lucia

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  5. Schöne Eierschwünge sind entstanden, fixieren wäre doch auch eine Möglichkeit, die Nuancen des Graphit kann ein Filzer ja nicht wiedergeben. Der Luxusbohrer ist schon toll, habe ich mal probieren dürfen in einem Kurs.Selber habe ich nur den Gewöhnlichen.Blogbuchbinderclub -offenen Türen und Ohren hier.
    Mittwochsgrüße schickt K.

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  6. So, am Abend nochmal in Ruhe einen Blick auf deine LÖSCHER (ich musste heute morgen schon so lachen, weil ich dich dabei höre, den typischen kölschen Klang halt...) So schön, dir über die Schulter zu blicken bei deinen Experimenten. Herzlichen Musterdank und siehst du? Die Buchbinderclub-Idee scheint anzukommen, ich bin neugierig. Schöne Ostern, bis dann bald mal
    MiSCHaela

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  7. du findest die rückseite interessanter? dann nehme ich doch die vorderseite. diese schwungvollen blauen linien mit den dunklen löchern (die ich erst für aufgemalte punkte hielt), wunderschön. und ich merke gerade, dass ich mir dabei anregungen für das nächste musterthema hole: wasser. danke fürs teilen lg maren

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