Pipistrello ist Italienisch und heißt Fledermaus. Von der Decke hängend kann dieses Lebewesen die Welt aus einer anderen Perspektive betrachten. Von ihm lernend möchte auch ich das Leben aus einer gewissen Distanz anschauen. Auf den Kopf gestellt und mit einem anderen Blickwinkel erlebt begegnet mir das Leben mit mehr Humor und Glücksmomenten.


Montag, 28. März 2016

SILENT SUNDAY # 78 Kunst & Inspiration STILL:LEBEN Rost




Still vor sich hin lebende Häuser und ihr Verfall in einer so hoch technisierten Welt zu finden, das war schon eine Überraschung. Aber die Patina, oder wabi sabi wie es im Japan Kontext heisst, hat auch ihre poetische Seite, die ich heute zeigen möchte.



Malerisch ist die Farbigkeit von Rost.



Wie im Bergischen Land wird hier auch mir Lehm gebaut, eine beinahe monochrome Farbigkeit, die wirkt durch die unterschiedlichen Strukturen, die Aufteilung von Vertikalen und Horizontalen im Bildraum.


Linien zur Fläche



So schön kann Abfall sein! Das Zufällige, das Gefundene im Spiel von groben Flächen zu feinsten, zarten Linien mit einem delikaten Schatten verbinden sich zur spannungsvollen Komposition, die aus dem Kontrast der Bildelemente zueinander entstanden ist.



Mittwoch, 23. März 2016

Kunst & Inspiration Mustermittwoch #4

Frohe Ostern, aber ich greife vor:

Wie ich zu diesem gefundenen Osterei gekommen bin ist das Thema für den letzten März Post zum Thema ausschneiden. Damit verbunden mein Erfahrungsbericht zu dem SEHR TEUREN japanischen Drillbohrer. Den habe ich in Japan in den Fachgeschäften gesucht, mit tatkräftiger Unterstützung meines Lehrers, aber komischerweise kennt Niemand dieses Werkzeug. Das kommt nämlich wohl aus den USA dem Land mit den unbegrenzten Unmöglichkeiten.


Für Einzelblätter und auch wenige Papierlagen klappt es ganz gut, aber die Grenzen scheinen bei mehreren Papierlagen zu sein, im Gegensatz zu dem gut bekanntem Papierbohrer. Hier wird mehr Muskelkraft eingesetzt die sich lohnt weil mit einem mal der ganze Stapel geschafft werden kann. Zurück zum Musterthema: aus meinem Fundus habe ich einen schwungvollen Linienentwurf genommen, Linien mag ich einfach und experimentiere gern damit herum, nur so für Spass. Meine Freude ist es früh morgens mit dem Kaffee an der Seite rum zu wuseln. Luxus des "Rentner" Lebens.








Rückseite finde ich, wie gehabt, spannender als die Vorderseite.

Die Idee ist es eine Schablone herzustellen, mittels der man sein Muster rapportieren kann. Die Vorgehensweise mit den Löschern ist sehr alt und wurde schon lange praktiziert. Das "wunderbare weltweite Netzt" beschert uns dann auch prompt eine ausführliche Erklärung von diesem Wissen. Der Karton, so wurde der Entwurf genannt, wurde 1:1 hergestellt gemäss dem Motiv. Mittels einem mit Kohlenstaub gefüllten Säckchen, quasi ein Tampon,  stupfte man über den Löchern des Kartons, der auf der Leinwand lag, und übertrug so das gesamte Bild in seinem Aufbau und Komposition auf die Leinwand.


Ich habe mit Filzstreifen und Graphitstaub experimentiert.



Spiegeln geht auch, wobei ich mir nicht wirklich Mühe gegeben habe gelungenen einen Rapport auszutüfteln. Mir ging es um die Methode.


Interessant finde ich das für mich spiegeln immer gleich zu "Schmetterling" wird, mmcmm.


Die Linienschwünge haben was, sind aber sehr anfällig und vergänglich, wenn sie in dem gepuderten Zustand bleiben. Da habe ich noch mal mit einem Filzstift die Punkte fixiert und mit dem Radiergummi drüber gegangen um den Graphit zu entfernen. Potential für einen kleinen Hefteinband, dauert aber noch etwas. Da habe ich so eine Idee im Kopf den "Club der Blog-Buchbinder" zu gründen. Wer möchte da mit machen? Vielleicht lässt sich das mit mustern nach Müllerinnen Art verbinden?




Und der Mensch sucht nach Sinn, immerzu. Ob in Wolken oder auf einem Rorschach Testbogen ist gleichgültig. Das Phänomen heisst "Gestaltfindungstendenz", schönes Wortungetüm. das aussagt, das Menschen die Tendenz haben "gute, deutliche, prägnante Gestalten zu erkennen". Dies geht zurück auf Christian von Ehrenfels, Gestaltpsychologie, der hats erfunden. Gemäss der Jahreszeit sah ich das EI, womit sich der Kreis schliesst und ich beim ersten Bild angekommen bin.

FROHER OSTERN!

dfgvb

Sonntag, 20. März 2016

silent sunday # 77 STILL.LEBEN


stilles Leben als Thema heisst in der Kunst eben Still.Leben, wird allerdings in einem Wort geschrieben mit "3 x L" was mir optisch gar nicht gefällt. Deshalb probiere ich (typografischer Laie) trotzdem was aus, um die zusammen gesetzten Wörtern ihrem Ursprung wieder näher zu bringen. Stilles Leben!
Was mir gerade auffällt: mir war so als ob ich diesen Post veröffentlicht hätte, so vertraut. Rätsels Lösung: leider hat meine Planung nicht funktioniert, habe wahrscheinlich vergessen den richtigen Button zu aktivieren. Diese Post sollte schon am 12.3. online sein. Kleine Ruhepause ungewollt. So kann´s gehen.



Schwerpunkt legte ich zum einen auf runde Gegenstände und auf Paare. Mit offenen Augen und, vor allem, mit viel Zeit zum schauen entdeckt man tolle Motive.





Ich liebe Schatten!! Und Steine!




Mit Wasser geht auch.



Schade das es kein Geräusch zum hören dazu gibt. Das ist ein so wunderbar beruhigender Klang wenn Wasser aus dem Bambusrohr tröpfelt oder sich mit einem Plöpp entleert, weil das Rohr zwischen Befüllung und Plöpp sich nicht entscheiden kann, permanent hin und her schwingt, unmöglich in einem Zustand zu verharren.





Und ich liebe Fundstücke, mit der Kamera gesammelt.

Mittwoch, 16. März 2016

Kunst & Inspiration Mustermittwoch # 3


HANAMI auf meinem Yukawa (BW Sommerkimono), direkt Import aus Japan. Es ist das Kirschblütenmotiv welches die Japaner für alle Muster Gegebenheiten einsetzten, quasi DAS Symbol für Werden und Vergehen. Was die ollen Griechen schon wussten, was jeder aufmerksame Lebens Beobachter spürt, was im kölschen Grundgesetzt fest geschrieben steht: nichts bleibt wie et is.




Hana heisst Blüte und mi wird wohl "anschauen" bedeuten. Freitag ist Frühlingsanfang. Passend zum Kalender habe ich im Wald die erste Waldanemone entdeckt, ein ganz sicheres Zeichen, denn Natur lügt nicht. Dann mal los mit schneiden und planen was Frau mit diesem Input erfinden kann.






Ein Kirschblüten Förmchen (um Gemüse oder so) auszustechen, aus dem heimischen Asienladen in Köln,  mittels Stempelkissen gedruckt  plus  einen Stempel aus den Vorräten.



Das Problem ist, die freien Formen so miteinander zu verbinden das sie auch bleiben wo sie sind, anders als beim Siebdruck. Da muss ich mir was einfallen lassen.





Ich habe mich für eine Gitterstruktur entschieden. Das Gehirn ergänzt die fehlenden Konturlinien, was dann auch spannender wirkt als die Dinge komplett vorgefertigt zu zeigen. So ein Gehirn möchte seine Anreize haben, wie Herr Christian von Ehrenfels es festgestellt und in seinen Gestaltungsgrundsätzen beschrieben hat. Zum lernen durch Beobachtung schaue ich mir liebend gerne was auf youtube an. Dort habe ich auch etwas über die Logik des Regens gefunden. Vielen Dank an Katja noz für die Inspiration zu dem Thema. Auch wenn ich nur ein, zwei Wörter verstanden habe war es so reizend auf Japanisch die Technik vorgeführt zu bekommen, wie handwerklich geschickt und ausgetüftelt das ist. So schnibbel ich mit dem I Pad vor der Nase in seliger Atmosphäre .




Mein Versuch gelingt, was das Schneiden angeht und ich bin zufrieden. Sogar einen Rapport war vorgesehen und hätte funktioniert, wenn die Farben nicht so flüssig wären. Aquarellfarben sind nicht wirklich geeignet. Leider war nichts anderes zur Hand, und für mich bleibt es auch bei einem Experiment. Es sind Übungen die zu einem neuen führen, weiss noch nicht wohin die Reise geht, aber es ist so eine Art "Freifahrschein" nach Neuland. Vielleicht wäre es ein Weg, das Papierweiss einfach so zu lassen?  DAS war der Moment wo mir das Ergebnis am besten gefallen hat. Grafisch und abstrakt zugleich.




So schaut dann die Schablone nach dem Drucken aus, vielleicht schon etwas für sich? Die Farben kommen vielleicht nicht so gut rüber, aber die Mischung aus Türkis und Bordeaux Rot gefällt mir sehr.





Einen schönen Frühlingsbeginn!



Mittwoch, 9. März 2016

Kunst & Inspiration Mustermittwoch / März #2










Wie schon im letzten Post stelle ich heute eine super einfache Methode vor mit viel Potential. Hans Arp hat diese erfolgreich angewendet wie eine Ausstellung im Barlach Haus zeigte. Seine Figurinen sind als positive Aus-Schnitte entstanden, mehr später, sieh unten. Erst mal die Welle.




Wieder nur ein Blatt aus einem Magazin gerissen, heute mal in pink. Ohne nachdenken spontan drauf los schneiden. Die breite der Papier-Wellen hängt von der Papier Qualität ab, also wie leicht es sich schneiden lässt und wie vielviel Zeit jemand mitbringt. Wenn alles "schön brav" zusammen liegt, wie im ersten Foto oben, dann ist das ja schon ganz nett, aber neu sortiert und gruppiert, da passiert noch was. Seht ihr es?





Wie gehabt, der Zwischenraum beginnt zu wirken. Das Spiel von Figur und Grund lädt ein Neues zu entdecken, den Figuren aus einem NICHTS heraus zu einer Existenz zu verhelfen.


Voila, die drei Grazien, das vollendete Vorbild von 1961 zu sehen im Ernst Barlach Haus, bei den Abbildungen runter scrollen.
Freie Assoziation mit dem Formenspiel geht natürlich auch, mustern nach Müllerinnen Art: Wellen müssen doch nicht immer blau sein, oder? Kleine Vorlage für einen Siebdruck gefällig? Fehlen noch die Fische?

Wenn nicht ein Tier aus dem Wasser, dann vielleicht ein anders und die Wellen werden zum Vorhang.



Wenn ich nur die technischen Möglichkeiten hätte, könnte ich durch kontern und spiegeln richtige Muster Rapporte entstehen lassen - na, so bleibt es eben eine Anregung die für verschiedenen andere Möglichkeiten.
Noch mehr Scherenschnitte, schön inspiriert von Jean Arp. Wie oben geschrieben gibt es mehr Alternativen und Möglichkeiten, nämlich auch figurativ zu werden und auch mehr zum Karo hin zu "mustern".




 Schöne Form für ein Gefäss? Oder was seht ihr darin?


Bunt gefällt mir nicht so gut, muss man/ Frau eben ausprobieren was behagt. Die Reihung dafür mag ich gut leiden.