Pipistrello ist Italienisch und heißt Fledermaus. Von der Decke hängend kann dieses Lebewesen die Welt aus einer anderen Perspektive betrachten. Von ihm lernend möchte auch ich das Leben aus einer gewissen Distanz anschauen. Auf den Kopf gestellt und mit einem anderen Blickwinkel erlebt begegnet mir das Leben mit mehr Humor und Glücksmomenten.


Samstag, 27. Februar 2016

silent sunday #75 / JAPAN 8






8samkeit JAPAN #8 eben

ACHTSAMKEIT ist ein oft, ja schon inflationär benutzter Begriff und ein beliebtes Thema worüber in Magazinen gerne geschrieben wird. Aber was bedeutet das im Leben und im Alltag? Hier zeige ich ganz banal, wie das im japanischen Alltag funktioniert. Ein präzise und vorsichtig gefülltes Glas mit Wasser, gerade eben so, das die Oberflächenspannung hält und das Überzulaufen verhindert ist für mich ein perfektes Bild, wie ruhig und konzentriert jemand dies mittels einer Gießkanne mit langer Tülle schaffen kann. Diese Form von Achtsamkeit ist normal im Netsuke Museum in Kyoto. In den Vitrinen befinden sich die winzigen Exponate, die eine hohe Luftfeuchtigkeit brauchen um nicht zu schrumpfen, und dadurch zu reissen. Die kleinen Schnapsgläser werden immer so hoch befüllt.
Netsuke sind ganz zauberhafte, kleine Figuren aus Elfenbein oder Holz geschnitzt. Leider darf man in einem japanischen Museum nicht fotografieren, so das der Link zu einer Bilderquelle führt.












In diesem wunderschönen Gebäude befindet sich das Netsuke Museum. Hier habe ich beobachtet wie die Angestellten am Abend die Gläser in den Vitrinen mit Wasser füllten, in faszinierender Hingabe und Sorgfalt, das ich um Erlaubnis bat wenigstens das Ergebnis zu fotografieren. So ist Achtsamkeit für uns vielleicht etwas besonderes, was wir erlernen müssen. Mir scheint es in Japan "normal" zu sein, ein Land in dem doch jedes Handwerk mit geduldigen Hingabe zur Perfektion geführt wird.

Der Hase mit den Bernsteinaugen ist das Buch, in dem ich gerade lese. Da geht es eben um eine Netsuke Sammlung die der Künstler Edmund de Waal geerbt hat. So dankbar bin ich, das ich tatsächlich so etwas im Original gesehen habe.

Sonntag, 14. Februar 2016

silent sunday #74 JAPAN 7




Kreisch- Schrei- Karneval ist vorbei. 
Die sprichwörtliche Ruhe ist wieder zurück! Letzte Woche um diese Zeit hatte ich das Vergnügen den Karnevals Umzug gleich vor meinem Haus zu haben und eine fette Party mit heftigem Bass aus Luxus-Boxen. Dabei konnte ich keinen klaren Gedanken fassen. 
Das hier gezeigte Schild ist irgendeine Warnung für Schulkinder nicht mit Fremden mit zu gehen, wenn ich das richtig in Erinnerung habe. Wer von meinen Besuchern das übersetzten kann? Gerne her damit.






Lautstark schreiende Kinder zeigen auf sehr eingängige und drastische Weise WAS passiert, wenn man die Warnungen missachtet. Worum es geht weiss ich natürlich nicht, aber die Konsequenzen eine Handlung sind auch ohne Japanisch lesen zu können verständlich, eingängig und leicht zu begreifen.





Autsch! 
Als Pictogramm kommt es seriös daher, klar designed. Ist ja auch für den öffentlichen Nahverkehr entworfen. Quasi neutral und emotionslos, im Gegensatz zu den anderen Ge-und Verbotsschildern.

Sei vorsichtig, betreten der Baustelle verboten, sonst: "Autsch"!


Sei vorsichtig, sonst "Autsch"!

Oder für Ältere, Gebrechliche: "Autsch"! So sehen deine Gelenke aus wenn du nicht das Wundermittel benutzt und den Rabatt dazu kaufst. Wetten, DAS steht da. Werbebotschaften sind doch letztendlich sehr simpel. Wobei man bedenken muss, das die Japaner natürlich auf den Tatami Böden kniend sicher bei Arthrose ein richtiges Problem haben. 

Was dieses niedliche Pferd soll? Es ist eine Bushaltestelle weil man in diesem Ort dazu ein Pferd als Maskottchen gewählt hat. KAWAII, also SÜSS ist immer eine Gestaltungsthema. Verniedlichen  und Kindchenschema sind die Mittel der Wahl. Dem sind die anderen Tiere auch "zum Opfer gefallen".







Hündchen gefällig!


Oder lieber ein Bärchen?


Oder lieber was Nostalgisches? Diese Plakat fand ich in einem Ort wo offensichtlich die Zeit ganz ruhig und langsam vorbeizieht. Vergessen und auf liebenswerte Art komisch aus heutiger Sicht.







Für alle, die sich nach den anstrengenden Karnevalstagen mal was gönnen wollen, hier wird eine Schönheitsmaske empfohlen oder sonstige drastische Massnahmen, wie auf diesem Bild anschaulich gezeigt. Vielleicht warnt es aber nur: wer zu viel feiert sieht NACHER so aus, tiefe Falten und Furchen, frühzeitig gealtert? Meine qualifizierte Empfehlung: Ruhe bewahren und schön auf sich aufpassen, ruhige Sonntage geniessen.