Pipistrello ist Italienisch und heißt Fledermaus. Von der Decke hängend kann dieses Lebewesen die Welt aus einer anderen Perspektive betrachten. Von ihm lernend möchte auch ich das Leben aus einer gewissen Distanz anschauen. Auf den Kopf gestellt und mit einem anderen Blickwinkel erlebt begegnet mir das Leben mit mehr Humor und Glücksmomenten.


Samstag, 28. November 2015

SILENT SUNDAY JAPAN 4

Abendstimmung in einem Tempel. Diese spezielle Atmosphäre der vagen Trennung zwischen Innen und Aussen traditioneller japanischen Innenräume, diese diffuse Lichtqualität, kann nur entstehen wenn das Licht gedämpft wird. Die leichten Trennwände, mit Papier bespannt, filtern, schirmen ab und lassen diese zarte, ruhige, vielleicht beruhigende, Stimmung entstehen.


Diese besondere Atmosphäre, die von japanischen Innenräumen ausgeht, ist mir wohltuend in Erinnerung. Das Studio von Shoichi Kitamura war ein gängiges Einfamilienhaus. Hier hatte ich mein Zimmer mit Futon im zweiten Stock und den kürzesten Weg zur "Arbeit" den man sich nur denken kann. Am Morgen, bevor mein Kurs begann, ging ich nach unten und habe mir einen Kaffee gemacht. Die sanfte Stimmung habe ich sehr genossen. Sobald "mein" master curver eintrat, gab es den entschiedenen Griff zum Lichtschalter. Damit war die Tages Arbeitsbeleuchtung gestartet, die Kurszeit begann. Leider musste wegen der geschilderten Bausituation IMMER mit Kunstlicht gearbeitet werden. Im oberen Stockwerk scheint die Sonne herein. Dann ist es zwar richtig hell, aber auch richtig warm. Im Sommer läuft dann der Ventilator oder die Klimaanlage. 













Schön geschliffenes Glas in der Türe mit einer Andeutung von Arbeitstischen. 




Auch im Ryokan wurden die traditionellen Papiertrennwände durch Glas ersetzt. Abendliche  Lichtverhältnisse bei der Einkehr, Ausblick in den Garten am frühen Morgen. Eine andere Übernachtung in den Bergen.
















Einmal Durchblick und Fassadenaufsicht bitte!
Vertiefende Einblicke in die japanische Kultur, die Religionen und die Menschen und den Weg den wir geändert sind gibt es auf der homepage von WALK JAPAN 


































Ein Blick auf die traditionellen, teilweise sehr alten Häuser, entlang dem Nakasendo Way zeigt die vertikalen und horizontalen Strukturen. Vollkommen nach meinem künstlerischen Geschmack: Linien sind überall! Ganz herrlich für mich weil ich hier meine Musen Knutsch Quelle der Inspiration gefunden habe. Die Architektur dieser Gebäude auf dieser Wanderung zwischen Kyoto und Tokio hatten so viele Linien für mich: horizontal, vertikal, breite und zarte die mich anregen reduzierte Liniengebilde, sprich Zeichnungen daraus zu entlehnen. Besonders in Kyoto bin ich vom Fotorausch erfasst worden, konnte nicht genug Bilder aufnehmen. Ein Fest der Linien und Flächen!





Die Gebäude in Japan stehen total dicht zueinander, einen drei Meter Mindest-Abstand kennt man hier nicht.  Egal, ob mitten im Gewusel einer Großstadt oder auf dem gemütlichen Land, so eng bebaut kann auch bei strahlendem Sonnenschein nur schwer Licht ins Haus eindringen. Solange noch ein Eimer dazwischen passt ist alles gut!




Die richtige Zeit für ein Schwätzchen geniessen, so vermute ich, alle Menschen gleichermassen rund um den Globus. In Japan schiebt Frau dann einfach die Türe beiseite. 

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