Pipistrello ist Italienisch und heißt Fledermaus. Von der Decke hängend kann dieses Lebewesen die Welt aus einer anderen Perspektive betrachten. Von ihm lernend möchte auch ich das Leben aus einer gewissen Distanz anschauen. Auf den Kopf gestellt und mit einem anderen Blickwinkel erlebt begegnet mir das Leben mit mehr Humor und Glücksmomenten.


Sonntag, 6. September 2015

REISEN 2015 No 2

Hallo, ich bin Björn und lebe jetzt in Köln bei pipistrello. Wie ich dort hin gekommen bin? Nun, ich bin einer von tausenden Bärenprodukten. Wir sind die Lieblinge der Touristen, willkommen als Maskottchen und Mitbringsel. Es versteht sich von alleine das ich der Hübscheste von allen bin. Hier seht ihr mich noch in meiner Heimat, der Blick aus dem Fenster zeigt wie dort der Sommer ausschaut. Ich erzähle euch mal ein paar Tatsachen aus dem Bären Leben die gar nicht niedlich sind. Der Kölner sagt dann: ärm Dier" zu uns


Wir Bären sind überall zu sehen, wenn man Glück hat, oder Pech? Je nach Betrachtungsweise. 

Auf Wanderungen ausserhalb der Stadt kann es schon mal zu unliebsamen Begegnungen kommen zwischen Bär und Outdoor Enthusiasten. Was sollen wir machen, wenn uns der benötigte Lebensraum wie ein böser Traum zerfliesst? Was hilft es uns, wenn wir als süsse, niedliche Puschel Tiere vermarktet werden, aber uns das Arktis Eis unter den Tatzen wegschmilzt? Wohin sollen wir noch ausweichen? Uns bleibt im Sommer nicht viel an Nahrungsauswahl. Da wird auch ein totes Walross zum Leckerbissen. 

Hinter dem 80° Breitengrad war früher noch das Packeis in dem die Polarforscher mit ihren Schiffen eingeschlossen wurden, festgefroren wie in einer riesigen Kühltruhe. (Alfred Wegener als ein Beispiel) Und nun gibt es gerade mal so ein paar niedliche Eiswürfelchen. Das macht nur den Touristen Spass sich davon was ins Glas zu kippen. Dort freut man sich in der Geborgenheit einer Schiffbar am tausend Jahre alten Gletschereis ohne Verfallsdatum. Uns fehlt die Kälte, uns fehlen die Eisschollen auf denen wir lecker Robben jagen konnten.

Heute muss ein Reisender schon sehr weit Richtung Norden fahren um die grossen Eismassen zu sehen. Wie wäre es denn im Winter einmal vorbei zu kommen? Dann geht es uns gut, wir haben genug zu fressen und gehen nicht auf zähen Touristen los. Wenn wir satt sind darf gekuschelt werden. Traut euch nur heran!




Den ausgestopften Artgenossen fand ich in der Shopping Metropole von Longyearbyen. OK, ich bin auch nur ausgestopft. So böse spielt einem das Leben eben mit, manchmal.

So ein Grössenvergleich der Vorderfüße bei Mensch und Bär vermittelt schon Respekt. Oder denke ich so bei mir:  "Der tut nix, der will nur spielen.  Gib mal Pfötchen!"



So nah wie hier hat pipistrello in der rauhen Natur die Bären nicht beobachten können. Die Fotos sind mit einem sehr starken Tele gemacht. Weit, sehr weit entfernt an der Küste entlang bewegten sich die zwei Bärenmütter mit ihren Jungen. Mit dem blossen Auge praktisch nicht zu erkennen, vielmehr zu erahnen als sich bewegende, helle Flecken. Wer mehr über die Gattung ursus maritimus erfahren, die Wege der Eisbären in Gedanken nachgehen möchte findet auf der Homepage norwegisches Polarinstitut http://www.npolar.no/en/  Bewegungsprofile der Bären wenn sie einen Sender am Hals tragen, wie auf dem Foto erkennbar ist.



 zweite Situation, ein verendetes Walross als Abendessen.








1 Kommentar:

  1. Es wird immer abenteuerlicher bei dir, liebe Petra... Herrliche Tiere. Aber zum Schmusen nimm mal lieber deinen süßen Ausgestopften ;-). Meine Schwester hat ein paar Jahre lang Gletschertouren in den Alpen gemacht. Das schrittweise Abtauen der Gletscher dabei mitverfolgen zu müssen, ist wirklich nicht erfreulich. Ich glaub auch nicht, dass uns die letztlichen Konsequenzen schon klar sind. Und du, bleib mal schön crazy... Lieben Gruß Ghislana

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