Pipistrello ist Italienisch und heißt Fledermaus. Von der Decke hängend kann dieses Lebewesen die Welt aus einer anderen Perspektive betrachten. Von ihm lernend möchte auch ich das Leben aus einer gewissen Distanz anschauen. Auf den Kopf gestellt und mit einem anderen Blickwinkel erlebt begegnet mir das Leben mit mehr Humor und Glücksmomenten.


Sonntag, 13. September 2015

REISEN 2015 No 3




Von Menschen und Vehikeln berichte ich heute.  
Besonders angenehm sind mir die Menschen in Longyearbyen begegnet. Nicht aus dem Service Gedanken heraus, das ich als "Kunde" wegen einer sehr teuren Dienstleistung entsprechend zuvorkommend behandelt werden muss, sondern aufgrund einer inneren Herzlichkeit die ich gespürt habe. 




Die Menschen die hier als Erste strandeten hatten eine harte, anstrengende Arbeit zu verrichten! Kohle abbauen! Im Museum wird gezeigt wie eng diese Schächte waren, ein Knochenjob. Diese Arbeitssituation brachte eine Unmenge an Kohlenstaub und Erde in die Häuser. Darauf zurück, so vermute ich, geht die Tradition die Schuhe auszuziehen sobald man ein privates Haus, ein Museum oder das Hotel betritt. Ein Vorgeschmack auf Japan, wo eine umfangreiche Pantoffel Kultur die Tatami Matten schützt. Schuhe ausziehen als Pflicht!





Longyearbyen ist eine Universitätsstadt und erscheint mir dadurch sehr jung. Auch wenn ich das Drumherum nicht anders als "grottenhässlich" bezeichnen kann, so ist es gleichermassen inspirierend. Die Begegnung mit anderen Kulturen und Sprachen, eine faszinierende Natur und die freilaufenden Rentiere machen diesen Ort für mich sehr speziell. Die roten Anzüge schützen die Wissenschaftler, die sich bei ihrer Forschungsarbeit ins polarkalte Wasser wagen. Quasi ein Ganzkörper Kondom. Mitunter robbt man dann um etwas offensichtlich sehr Winziges zu suchen. Wie fast Alles in Svalbard, Rentiere mit kurzen Beinen, Pflanzen und Flechten, duckt sich, wächst klein und rund als Schutz vor Kälte, Eis und Schnee. Ein Überlebensprinzip. 

 Vom Frost gesprungen Steine, wie ich vermute, und kleine Algen.

Steinbrech, so heisst diese Pflanze auch bei uns. Und viele Flechten.



Einige "Wahnsinnige" wagten sich auch ohne Schutzanzug ins Wasser. Dafür gab es am Ende der Schiffsfahrt ein Diplom. Wers mag. ICH gehe nicht ins Wasser, bin doch nicht blöd! Anlandung mit Polarcircel Booten, im Hintergrund die Nordstjernen.





Ich habe ja schon davon erzählt, das man aus Schutz vor den Eisbären immer eine Waffe mit sich tragen sollte. Das treibt auch skurrile Blüten. Wenn man als Wissenschaftler ungeübt plötzlich vor eine solche Herausforderung gestellt wird, die nicht in der Arbeitsplatzbeschreibung steht. In Ny Alesund leben Wissenschaftler -(innen?)  die unseren Planeten vermessen und das Wetter erforschen. Auch sonstige Tätigkeiten gehören zu den Pflichten in dieser unwirklichen Landschaft, zum Beispiel ein mal im Jahr eine NORD Party zu feiern auf diesen heimeligen Platz.






Damit man sich nicht aus Versehen ins Knie schiesst ist diese Vorrichtung installiert: in der nördlichsten Comunity der Welt! Sollte sich aus Versehen noch eine Kugel im Gewehrlauf befinden, kann und muss hier die Waffe im Rohr abgefeuert werden. Sehr klein im Hintergrund zu erahnen, der Ankermast für den Zeppelin mit dem Amundsen den Nordpol überflog.






Und wenn ich mal in eine Bank muss, Geld abheben? Wohin dann mit der Waffe? Tja, da gibt es extra Schließfächer. Soweit geht das Vertrauen in die Menschen dann doch nicht das hier jeder MIT einem Gewehr zum Schalter gehen darf.




Kinder sind doch überall auf der Welt gleich, oder? Diese beiden Jungs habe ich gleich ins Herz geschlossen. Ihre Geschäftsidee hat mir viel Spass gemacht. Da konnte ich nicht widerstehe zu meinem Gepäck noch eine kleine Versteinerung zu legen. Fossil hunting ist übrigens ein Angebot von vielen in sicherer Begleitung die Natur zu erleben und das Gefundene zu behalten. Üblicherweise ist es verboten Gegenstände, Steine oder Geweihe von Svalbard mitzunehmen.




Und die GROSSEN Jungs? Sind hot boys auch überall gleich? Brauchen den Hormon Kick der Geschwindigkeit egal welches Gefährt gerade unterm Hintern brutzelt? Der sound zählt, das Kraftgeprotze. Der Mensch ist doch auch heute noch nur ein Neandertaler der sich mit anderen messen muss um die schönste Blondine vom Marktplatz zu ergattern. Ob wie früher mit ´ner Keule - oder wie ein röhrende Platzhirsch im Geweihgerangel auf der Waldlichtung bei Vollmond - oder mit dem tiefen sound vom Porsche über die Kö fahren, wo ist da der Unterschied? Klar, im Preis. Auf der Lichtung ist  günstiger als beim Autohändler.




Ein Ausblick und Überleitung zum Fuji san Das Gebirge  der im malerischen Nebel verschwindend. Eine Isländerin sagte, Spitzbergen habe viel Ähnlichkeit mit Island. Deshalb bin ich kein bisschen überrascht das sich in solch mystischer Landschaft eine reiche Geschichten Kultur von Elfen, Zwergen und Kobolden entwickelt hat. Auch im Shintoismus gilt die Natur als beseelt. So bin ich gespannt auf Japan und wie ich die Natur dort erleben darf.




























Sonntag, 6. September 2015

REISEN 2015 No 2

Hallo, ich bin Björn und lebe jetzt in Köln bei pipistrello. Wie ich dort hin gekommen bin? Nun, ich bin einer von tausenden Bärenprodukten. Wir sind die Lieblinge der Touristen, willkommen als Maskottchen und Mitbringsel. Es versteht sich von alleine das ich der Hübscheste von allen bin. Hier seht ihr mich noch in meiner Heimat, der Blick aus dem Fenster zeigt wie dort der Sommer ausschaut. Ich erzähle euch mal ein paar Tatsachen aus dem Bären Leben die gar nicht niedlich sind. Der Kölner sagt dann: ärm Dier" zu uns


Wir Bären sind überall zu sehen, wenn man Glück hat, oder Pech? Je nach Betrachtungsweise. 

Auf Wanderungen ausserhalb der Stadt kann es schon mal zu unliebsamen Begegnungen kommen zwischen Bär und Outdoor Enthusiasten. Was sollen wir machen, wenn uns der benötigte Lebensraum wie ein böser Traum zerfliesst? Was hilft es uns, wenn wir als süsse, niedliche Puschel Tiere vermarktet werden, aber uns das Arktis Eis unter den Tatzen wegschmilzt? Wohin sollen wir noch ausweichen? Uns bleibt im Sommer nicht viel an Nahrungsauswahl. Da wird auch ein totes Walross zum Leckerbissen. 

Hinter dem 80° Breitengrad war früher noch das Packeis in dem die Polarforscher mit ihren Schiffen eingeschlossen wurden, festgefroren wie in einer riesigen Kühltruhe. (Alfred Wegener als ein Beispiel) Und nun gibt es gerade mal so ein paar niedliche Eiswürfelchen. Das macht nur den Touristen Spass sich davon was ins Glas zu kippen. Dort freut man sich in der Geborgenheit einer Schiffbar am tausend Jahre alten Gletschereis ohne Verfallsdatum. Uns fehlt die Kälte, uns fehlen die Eisschollen auf denen wir lecker Robben jagen konnten.

Heute muss ein Reisender schon sehr weit Richtung Norden fahren um die grossen Eismassen zu sehen. Wie wäre es denn im Winter einmal vorbei zu kommen? Dann geht es uns gut, wir haben genug zu fressen und gehen nicht auf zähen Touristen los. Wenn wir satt sind darf gekuschelt werden. Traut euch nur heran!




Den ausgestopften Artgenossen fand ich in der Shopping Metropole von Longyearbyen. OK, ich bin auch nur ausgestopft. So böse spielt einem das Leben eben mit, manchmal.

So ein Grössenvergleich der Vorderfüße bei Mensch und Bär vermittelt schon Respekt. Oder denke ich so bei mir:  "Der tut nix, der will nur spielen.  Gib mal Pfötchen!"



So nah wie hier hat pipistrello in der rauhen Natur die Bären nicht beobachten können. Die Fotos sind mit einem sehr starken Tele gemacht. Weit, sehr weit entfernt an der Küste entlang bewegten sich die zwei Bärenmütter mit ihren Jungen. Mit dem blossen Auge praktisch nicht zu erkennen, vielmehr zu erahnen als sich bewegende, helle Flecken. Wer mehr über die Gattung ursus maritimus erfahren, die Wege der Eisbären in Gedanken nachgehen möchte findet auf der Homepage norwegisches Polarinstitut http://www.npolar.no/en/  Bewegungsprofile der Bären wenn sie einen Sender am Hals tragen, wie auf dem Foto erkennbar ist.



 zweite Situation, ein verendetes Walross als Abendessen.