Pipistrello ist Italienisch und heißt Fledermaus. Von der Decke hängend kann dieses Lebewesen die Welt aus einer anderen Perspektive betrachten. Von ihm lernend möchte auch ich das Leben aus einer gewissen Distanz anschauen. Auf den Kopf gestellt und mit einem anderen Blickwinkel erlebt begegnet mir das Leben mit mehr Humor und Glücksmomenten.


Samstag, 24. Mai 2014

silent sunday No 15

eigentlich _ ja aber _ irgendwas ist immer _ unerwartet _ gehüpft _ was Neues und Unerwartetes _ das Leben ist eben lebendig _ so ist der Alltag _ Rasenmäher surren _ Heckenscheren knattern _ kreischende Kreissägen _ _ _

deshalb ist der silent sunday mir besonders wichtig! Am Sonntag sind viele Dinge des Alltags ausgeschaltet, im wirklichen Wortsinn. Kein Strom für laute Gartengeräte am Sonntag! Dieser Tag soll ganz ohne Termindruck sein, frei für private Aktivitäten, ein Tag für mich. Damit ich das ja nicht vergesse und meine Pausen zur Erholung beachte, zeichne ich mir ein Symbol auf die Kalenderseite, eine kleine zwischendurch Zeichnung, die auch mal etwas üppiger ausfällt, just for fun.

Heute allerdings freue ich mich über die Lesung mit Jürgen Becker in dem Photoatelier bei Clärchen und Herrman Baus in Köln Dellbrück. Hier gibt es eine direkte Verbindung zur Vergangenheit, zu meinem Vater (verst. 1959).  Der im NS Dok in Köln arbeitende Historiker schreibt eine Biografie über meinen Vater, eingebettet und Bezug nehmend zu den politischen Fakten der damaligen Zeit. Hier treffe ich Menschen, die meinen Vater noch gekannt haben, was mir viel bedeutet. Denn im Grunde kenne ich meinen Vater lediglich von Photos.


Ein Ort der Stille ist mein Garten Buddha, den ich in einem Keramik Workshop gefertigt habe. Hier schaue ich sehr gerne hin. Beim Blick aus dem Fenster bildet die Figur meinen Fixpunkt. Er sieht immer anders aus. Mal fallen Blüten herab und erinnern an Opfergaben, ein anderes mal setzten sich Spatzen oder andere Gartenvögel auf seinen Kopf, was sehr spassig ausschaut.  So ein Tag beginnt mit einem fröhlichen Moment, während ich gemütlich meinen Milchkaffee trinke. Diese Startphase muss sein.
























Kommentare:

  1. Dein Vater war Künstler, nicht wahr? Ich wünsche dir einen sowohl interessanten als auch informativen Abend!

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebe Eva, ja, mein Vater war Künstler und meine halbe Schwester Maria (aus seiner erste Ehe) auch. Ihr Sohn ebenfalls und der Vater des Kindes lebt auf Ibiza und ist natürlich auch Künstler. Aus der Vaterlinie kommen also die Kunst Gene. Auf diese Lesung waren auch viele Menschen die meine Schwester kannten und Jürgen Becker (der Schriftsteller, der gelesen hat) der meinen Vater auch gekannt hat. Ja so war das, damals. Alles Tempi passati.
      LG pipistrello

      Löschen
    2. Aber doch auch schön! Mein Mann erfuhr am Wochenende von seiner Halbschwester, die er sehr selten trifft und die auch älter ist, viele schöne Dinge über seinen früh verstorbenen Vater - war sehr schön für ihn!
      Schaue mal, ob einer deiner Buchbindetermine noch für mich passt!
      eva

      Löschen
    3. Ja, da haben dein Mann und ich etwas gemeinsam. So ein früher Vater Verlust ist dramatisch für ein Kind. Um so mehr ist eine wieder gefundene Schwester ein Gewinn. Meine war zwar auch sehr eigen, hat mir aber eine Botschaft hinterlassen die mein Leben sehr zum positiven gewendet hat: " Künstler ist man gegen seinen Willen ".
      LG pipistrello

      Löschen
  2. Liebe Petra,
    ich hoffe, der Sonntag war so still und lebendig wie gewünscht! Ich war auch froh über etwas Ruhe und habe schön gemustert, geschnitzt und gedruckt. bis bald...Tolles Foto von deinem Vater
    Michaela

    AntwortenLöschen
  3. Liebe Michaela, ja, der Sonntag war ein Ausflug in eine andere interessante Welt. Deine Schnipsel Ergebnisse sind auf deinen Karten wunderbar untergebracht und recycelt. LG pipistrello

    AntwortenLöschen
  4. Das war Dein Vater?
    Seit ich Deine silent sundays kenne, versuche ich, meine stiller zu gestalten - danke dafür. Und die Blumen sind wunderbar!

    AntwortenLöschen
  5. Liebe Katrin, ja mein Vater in jungen Jahren, auch Künstler. Das freut mich sehr, das mein silent sunday bei dir gefruchtet hat.
    LG pipistrello

    AntwortenLöschen
  6. Ein sehr schöner Post..., auch wenn die Eltern "normal" spät sterben, gibt es Momente, in denen einem schmerzlich bewusst wird, dass sie nicht mehr da sind, nicht mehr gefragt werden können, sich nicht mehr mit einem freuen können (wie jetzt bei meiner Ausstellung...) und - dass man auch nach rund 50 Jahren, die man gemeinsam auf der Erde war, vieles nicht voneinander und übereinander weiß, und manches davon ist einfach schade..., auch weil man rätselt, weshalb da so ein Schweigen war... Aber solche Lebensrätsel gehören auch dazu, zum rätselhaften Leben ;-) Lieben Gruß dir Ghislana

    AntwortenLöschen
  7. Liebe Ghislana, du hattest sicher ein gutes Verhältnis zu deinen Eltern. So zumindest hört es sich für mich an. Und ob man je einen Menschen so richtig verstehen kann? Viel miteinander sprechen und ZUHÖREN hilft enorm. leider können das nicht so viele Menschen, oder treffe ich "nur" die Falschen?
    LG pipistrello

    AntwortenLöschen