Pipistrello ist Italienisch und heißt Fledermaus. Von der Decke hängend kann dieses Lebewesen die Welt aus einer anderen Perspektive betrachten. Von ihm lernend möchte auch ich das Leben aus einer gewissen Distanz anschauen. Auf den Kopf gestellt und mit einem anderen Blickwinkel erlebt begegnet mir das Leben mit mehr Humor und Glücksmomenten.


Sonntag, 27. April 2014

silent sunday No 11 _ Kunst & Inspiration

heute ist wirklich ein stiller Sonntag, so still, das mir mein Zeitgefühl vollkommen abhanden gekommen ist. Diese Fotos, die ich an einem sonnigen Tag gemacht habe mit dem wandernden Schatten sind der Beleg, das unsere Erdkugel sich dreht und das Weltall in seiner fein ausbalancierten Bewegung ist. Auch draussen ist von der Strasse kein Laut zu vernehmen, kaum Menschen sind unterwegs an diesem verregneten Morgen. So fühle ich mich unwirklich in einer wirklichen Welt, von der ich annehme, das  es sie gibt, auch ohne jeden wissenschaftlichen Beweis _ ausgenommen: die nun folgenden Bilder, die ich in ca. 4 - 8 Minuten Abständen aufgenommen habe. 
Unter dem letzten Foto befindet sich mein Kunst Tipp: die Dinge werfen ihre Schatten voraus.












Für die malenden oder zeichnenden Blogger heute meine kleine Inspiration in Sachen Bildgestaltung: Schatten sind ein hervorragendes Medium der Bildfindung, Objekte werden so spannend verzerrt und verfremdet, das sich daraus immer eine abstrakte Komposition herleiten lässt. Der gewählte Bildausschnitt ist natürlich entscheidend für die emotionale Wirkung des Bildes: ist meine Form sehr groß in Szene gesetzt, entsteht ein intensiveres Gefühle von Nähe, ist die Form klein im Bildraum, entwickelt sich eine grössere emotionale Distanz. Viel Vergnügen beim Probieren. Ich freue mich auf eure Beispiele.

Sonntag, 20. April 2014

silent sunday - echt falsch

schon lange wollte ich einmal öffentlich darüber nachdenken, was für mich der Begriff echt falsch mit Kunst zu tun hat. Die vergangene Woche war erfüllt mit den Eindrücken der Art Cologne, der Paper Art und der Kölner Liste 2014. Hier fand ich bei der "Galerie Gräfe" die kleinen, figurativen Eisenskulpturen. Die Galeristin selber hatte Humor und erklärte was man mit den Figuren und einem Magnet an witzigen Einfällen schaffen kann. So eine Gelegenheit lasse ich mir natürlich nicht entgehen! Gegen ihren Einwand "das hält doch nicht" baute ich spontan diesen temporären Equilibriste.

Die Gestaltung, also die "gelogene Realität" der Künstlerin zeigt die ca. 10 cm grossen Figuren. Jede Erfindung wird also zu einer neuen, anderen Realität als die, welche uns alltäglich begegnet. Auch die Möglichkeit an den Figuren Nägel oder Heftklammern zu befestigen ist eine Art von Realität, nämlich wie ich mit Kunst umgehe und von der Galeristin so präsentiert.


In passenden Abständen von Sonntag zu Sonntag werde ich die Philosophie von gut gelogen, wie ich das Kunstschaffen auch gerne nenne, erläutern. Das bekannteste Beispiel für meinen provozierenden Diskurs ist das Bild von Magritte, auf dem er fotorealistisch eine Pfeife malte und den Titel gab: Ceci nést pas une pipe. / Dies ist keine Pfeife.


und weil Ostern ist noch ein schönes Sonnen-Blüten-Bild 




Samstag, 12. April 2014

silent sunday No 10

heute schreibe ich über ZEIT und GEDULD. In 2007 habe ich mich an der Ausschreibung in Diepholz  DIE SICHT / Agenda 21 mit meinem Entwurf für den Skupturenpfad beteiligt. Und tatsächlich ist im April 2014 das Projekt fast beendet. Sieben Jahre hat es gedauert bis durch hohen Einsatz diese beeindruckende Leistung Realität wurde.


Die Hilfe war enorm: vom ortsansässigen Bäcker, der ein leckeres, spezielles Kuben Brot entwickelt hat um davon Cent für Cent von jedem verkauften Brot als Spende zu sammeln bis hin zu den grossen Diepholzer Firmen, die mit aufwendigem Equipment (wie das Foto zeigt) die schweren Stahlteile transportiert haben, damit eine Vision Wirklichkeit wird. Natürlich gilt auch den Sponsoren Dank für ihrer finanziellen Unterstützung. Kennt man ja: ohne Moos nix los!

Dritter von links: Ulrich Halfpap, der mit erstaunlicher Ausdauer und seinem rhetorischem Talent Überzeugungsarbeit geleistet hat. Ohne ihn wäre diese Unterfangen nie und nimmer vollendet worden um heute auf dem weitläufigen Naturareal uns Betrachter zu beeindrucken. Durch seinen Beruf als Lehrer konnte er die Schüler motivieren ihr praktisches Talent und Wissen am "lebenden Objekt" zu schulen, also fürs Leben lernen. Toll!



Den Stahlkuben gab ich den Titel Fibonacci Cubes. Die von dem Mathematiker Fibonacci entwickelte Zahlenreihe: 1 - 1 - 2 - 3 - 5 - 8 - 13 - 21 - 34 - u.s.w. entwickelt sich aus der Addition einer vorherigen Zahl die mit der folgenden addiert wird um daraus die nächste Ziffer zu generieren. Dies ist unendlich weiter zu rechnen und entwickelt eine ungeheure Dynamik.
Leonardo da Pisa, auch Fibonacci genannt (* um 1170 in Pisa; † nach 1240 ebenda), war Rechenmeister in Pisa und gilt als einer der bedeutendsten Mathematiker des Mittelalters. Auf seinen Reisen nach Afrika, Byzanz und Syrien machte er sich mit der arabischen Mathematik vertraut und verfasste mit den dabei gewonnenen Erkenntnissen das Rechenbuch Liber ab(b)aci im Jahre 1202 (Überarbeitung 1228). Bekannt ist daraus heute vor allem die nach ihm benannte Fibonacci-FolgeZITIERT aus http://de.wikipedia.org

In der flachen Diepholzer Landschaft stehen nun die Formate 0,20 m - 0,20 m - 0,40 m - 0,60 m - 1,00 m - 1,60 m - 2,60 m - 4,20 m - 6,80 m (jeweils die Aussenkanten gemessen). Auf den Moment wenn ich es zum ersten mal in echt sehe, freue ich mich schon total. Es macht mich ungeheuer stolz und glücklich, das dieses Werk von mir nun dort steht. Dies wird für sehr lange Zeit so sein, so lange das ich das Ende nicht mehr erleben werde.


Sonntag, 6. April 2014

Kunst und Inspiration No 8

Realitätskonstruktion ist ein Wort, was sich in mein Leben neu kennengelernt habe. Zwar weiss ich schon länger, das es tatsächlich DIE "Realität" gar nicht gibt. Immer ist es gerade DAS, wie ich es ganz individuell bewerte und beurteile, was sich mir als REALITÄT und Wahrheit präsentiert. Wenn nun jemand glaubt, die Welt sei schlecht, wird er durch "gezielte" Wahrnehmung sich das auch bestätigen. Wenn ich aber behaupte, die Welt sei gut und fröhlich, werde ich positiver auf die Menschen zugehen und demzufolge auch positivere Reaktionen erleben. Dafür gibt es ein altes Sprichwort: wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus. Realitätskonstruktion als wissenschaftliches Gebiet und Forschungsthema, in einem banalen Sprichwort auf den Punkt gebracht.
Oder in dem Gospel von Mahalia Jackson: "All the good you do will come on back to you!"


Im Skulpturenpark Köln fand ich diese Art von Realitätsverschiebungen. 



Alleine durch den Ausschnitt bei dem Foto verändere ich Realität, beeinflusse die Wahrnehmung.