Pipistrello ist Italienisch und heißt Fledermaus. Von der Decke hängend kann dieses Lebewesen die Welt aus einer anderen Perspektive betrachten. Von ihm lernend möchte auch ich das Leben aus einer gewissen Distanz anschauen. Auf den Kopf gestellt und mit einem anderen Blickwinkel erlebt begegnet mir das Leben mit mehr Humor und Glücksmomenten.


Sonntag, 16. März 2014

silent sunday No 7

Heute schwelge ich noch mal in Erinnerungen an einen Ort mit absoluter Stille. Dies war in Barbengo im Tessin während meines Artist in Residence Aufenthalt´s 2012. Hier stehe ich auf der Dachterasse und winke mir selber zu, denn dort war ich alleine, also richtig alleine, quasi Retreat wie ein Zen Mönch.



STILLE ist ja für Einige schwer auszuhalten. Immerzu hat jemand was am Ohr oder geht brabbelnd durch die Welt. Wirkliche Stille und Ruhe findet sich selten. Sogar in dem Waldstück, welches ich immer auf dem Weg zum Atelier durchradle, gibt es neuerdings immer häufiger Menschen die auch dort mit dem Handy telefonieren. DAS ist für mich vollkommen unvorstellbar, sich hier in der Natur nicht achtsam und aufmerksam zu bewegen. Nur im absoluten Notfall käme ich auf die Idee mein Handy anzuschalten. Wahrscheinlich bin ich total altmodisch?











Also, zurück zu den Erinnerungen. Das Haus Sciredo ist im Bauhaus Stil gebaut und hat eine beeindruckende, klare Architektur, wie das Detail zeigt. Bevor ihr alle ganz neidisch werdet, das Haus kann man als Künstler mieten, aber es gibt dort wirklich die absolute Stille, NICHTS ausser Natur, heftige Gewitter und wenig später wieder strahlenden Sonnenschein (so war das im April/Mai ). Es ist eben nichts zu hören ausser dem, was an natürlichen Geräuschen vorhanden ist. Kein TV, kein Radio, allerdings Internet Anschluss- aber damals hatte ich noch keinen Laptop...  Also dann geschah etwas sehr merkwürdiges: ZEIT bekam eine andere Dimension. Ich habe es Zeitdehnung genannt. 





Wenn da nicht der treue Begleiter, der heilige Ambrosius gewesen wäre, der mir stündlich die Zeit geläutet hat, hätte ich sicher die Abreise verpasst... 
Um 11:45 Uhr mittags und um 17:45 ihr gab es auch immer noch ein Glockenspiel vor dem Stundenläuten.

Alt neben Neu existiert in diesem winzigen Dorf (noch) gleichberechtigt nebeneinander. Neben dem   teuren Neubau und den alten Häusern klaffen allerdings Welten. Bei einer Hausbesichtigung habe ich mich reingemogelt und den Millionär angetäuscht. Von einem der Zimmer hatte ich diesen super Blick auf Ambrosius.
Wer so ungefähr 1,5 Millionen Schweizer Franken in der Portokasse hat, kann gleich im Tessin ziehen.












Kommentare:

  1. Ich bin jetzt soooooo begeistert! Das wäre was für mich - allein, ohne alles, Stille, ich liebe das und brauche es. Deine Zeitdehnung kenne ich auch..., die Zeit geht dann wohl einfach ins (eigentlich) menschengemäße Tempo zurück, wenn die ratternden Gedanken zu Verpflichtungen, Terminen, Vorhaben usw. langsam zur Ruhe gehen, weil sie nichts mehr ausrichten können gegen diese traumhafte Stille... Du hast Recht, für manche wäre es unvorstellbar, sowas aushalten zu können... Und schlimmer noch als die, die einer Freundin begeistert aus dem Wald am See hinterhertelefonieren, finde ich die, die mit Handy oder sonst was für einem Lautstärkeknopf am Ohr im Wald spazieren gehen oder laufen... Bis dann - Ghislana

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    1. Liebe Ghislana, ach ist das schön auf eine Gleichgesinnte zu treffen. Für alle Interessenten hier die web Seite
      http://fondazione-sciaredo.ch/
      aber es war wirklich sehr still, da war ich schon gefordert...

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  2. Oh...sehr schön....aber nichts für mich. Das hätte ich auch nachts ziemlich unheimlich gefunden.
    Aber schön sieht es aus! Nun, ich bin ja mehr so 'ne Quatschhaubitze. Stille ist kurzzeitig mal prima , aber dann ist auch mal gut! Na, du hast mich ja gestern kennen gelernt.
    Schönen Sonntag, eva

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    1. Liebe Eva, da ich dich nun kenne stimme ich dir zu. Diese Erfahrung in der Schweiz ist nicht für jeden etwas - ausser man fährt als Gruppe hin, ein Doppelbett und zwei Einzelzimmer, dann kommt Leben in die Bude. Unheimlich war es nicht, sehr romantisch mit einem Sternenhimmel, den ich nur mit FIRMAMENT passend beschreiben kann - und diesen Ausblick bei einschlafen aus dem Fenster... hat was.

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