Pipistrello ist Italienisch und heißt Fledermaus. Von der Decke hängend kann dieses Lebewesen die Welt aus einer anderen Perspektive betrachten. Von ihm lernend möchte auch ich das Leben aus einer gewissen Distanz anschauen. Auf den Kopf gestellt und mit einem anderen Blickwinkel erlebt begegnet mir das Leben mit mehr Humor und Glücksmomenten.


Samstag, 29. März 2014

silent sunday No 9

Fundstück: zersprungene Glasplatte im Atelier vom Kollegen Wolfgang Peter mit einer perfekten Bruchkante, die mich als Linie reizt. Etwas knifflig zu fotografieren. Die Herausforderung von gleichen Helligkeitswerten gelingt mit etwas Nachhilfe von Photoshop.

This broken glass piece I found in the Studio of Wolfgang Peter. It has a perfect break, that is interesting to me as a simple line. It was not easy to take the picture, because it is a very light motive. With the help of Photoshop I handled this problem.

Gedanken zur Zeit:
als ich letzten Dienstag beim Zahnarzt war hörte ich im analogen Lauschangriff die Arzthelferin zu einem Patienten sagen: Bitte bringen Sie etwas Zeit mit.
Was sie meint ist natürlich Geduld, weil der Klient sich ohne Termin einfinden musste. Das habe ich mich gefragt, wie man Zeit mitbringen kann und wie man im Alltag Zeit gewinnen kann. Der Faktor Zeit ist ja als Naturgesetz festgelegt, unumstösslich. Es geht sicher vielmehr darum, Zeit sinnvoll zu nutzen und sich zu überlegen, was einem wichtig ist, um Lebenszeit nach den eigenen regeln zu geniessen. Hermann Hesse schrieb eine Kurzgeschichte mit dem Titel Eigensinn, dem Sinn des Eigenen. Die ist mir noch gut in Erinnerung, auch wenn ich sie vor gefühlten 100 Jahren zuletzt gelesen habe. Er grenzt es ab vom Egoismus und philosophiert viel mehr von der Eigenheit des Selbst seins. Als Heranwachsende habe ich mir gewünscht mit mir selbst identisch zu sein, ohne theoretisches Wissen von Selbst in psychologischer oder philosophischer Hinsicht. Ich glaube, ich werde dem Ideal immer ähnlicher, gut so.

My thoughts concerning time: 
the other day I went to the dentist and overheard, how the desk keeper answered the phone as she said to an patient: please bring some time with you. Well, she meant: bring some patience, because the patient had no date for the treatment. So I asked myself, how it is possible to bring a little time? The are natural rules concerning time which we have to obey and cannot avoid. Therefore my conclusion is to use time very carefully and with a lot of sense. Getting older I must think how to use my left time with these things I declare to be important for myself.  









Ist Zeit linear? Is time a line ?




Sind es Energiewellen die sich im Raum/Kosmos fortentwickeln, in Lichtgeschwindigkeit?
Is it the energy wave which is going on and on in space, with light speed?




Ist die Zeit sinnvoll, die ich JETZT vor dem Mac sitze und poste? WAS bringt mir das? Bringt mir ganz viel weil ich mir wünsche das ich mit meinen Gedanken nicht alleine bin sondern vielleicht von der Community Anregungen zum Zeit sparen erhalte. 
Wie bitte schön stellt ihr euch diese Sparschwein vor? Für den lustigsten Tipp verschenke ich Carotta Puschelina vom letzten Mittwoch post bei der Müllerin.







Und zuletzt ein Bild im Rahmen, so könnte etwas aus den gefundenen Linien werden, ein abstraktes Bild mit reduzierter Farbigkeit, oder auch ganz anders? Dynamisch und dennoch ruhig, ein interessanter Kontrast. Mal sehen, ob es mich beeinflusst, demnächst in dieser Zeit.

At last I have done this frame picture: this is the way it might look like when finished as a painted abstract picture of the found line with very reduced color. Or maybe it shows something complete different ? Dynamic as well as quiet, an interesting contrast. We will see if it is going to influence me.






Mittwoch, 26. März 2014

Kunst & Inspiration No 7

FRÜHLINGS MAIL ART 2014

Hier meine Frühlingspost, die ich am Wochenende mit viel Vergnügen gedruckt habe. Die Adressen habe ich "blind" aufgeklebt, damit ich mir die Qual der Wahl erspare und mich nicht entscheiden musste, wer welche Karte bekommt. Auf die weiteren Karten bin ich schon sehr gespannt. Wenn ich das alles richtig verstanden habe, darf ich mich noch über 6 X Post freuen! Meine erste Karte habe ich von Jumie bekommen. Farblich harmoniert das doch wunderbar, oder?




Meine Idee war ein Blumenbeet im Frühling darzustellen das übersät ist mit den herabgefallenen, zarten Blütenblättern. 

Das Osterei habe ich von PICmonkey "ausgeliehen" um damit die Adresse unleserlich zu machen, vielleicht übertriebene Datenschutz, aber wer weiss, was alles so im Netzt los ist...


Sonntag, 23. März 2014

silent sunday No 8



Stille kann sich auch lediglich innerlich vollziehen. Eine Stille in sich selbst, die sich zeigt als eine Zufriedenheit mit dem was ist. Die Stille die sich einstellt, wenn man spürt, das Alles, was man braucht schon da ist. Für mich selbst heisst das: dem Feng Shui Aufräum Anfall  nachgeben und mich von dem trennen was nicht mehr zu meinem jetzigen Leben passt. Dafür aber ist es vielleicht genau DAS, wodurch das Herz von jemandem anderen höher schlagen lässt.







Wie ihr seht, sind die Flohmarkt Kisten schon gepackt. Nun denke ich darüber nach, wie viel Energie und Aufwand es bedeutet hat, die Dinge anzuschaffen. Das Geld dafür muss erwirtschaftet werden und Zeit wird investiert, um durch die Geschäfte zu gehen und sich den Konsum Reizen auszusetzen. Und zuletzt gibt es die Schwierigkeit die Dinge, die man mal "ganz dringend brauchte", wieder in ein anderes und neues Leben zu schicken.

Viel Aufwand für ein kurzes Glück und dann... gibt es bei mir im Atelier eine Künstlerflohmarkt, von dem ich mir wünsche, das viele Sachen einen neuen Besitzer finden und so ihren Nutzen behalten.

DAS sind die Gegenstände, von denen ich mich NIE trennen werde, ausser, sie aufbrauchen und zu Zeichnungen transformieren.













Bitte beachtet das kleine, vor Vergnügen quietschende Kind auf dem Foto - na, klar, das bin ich. Und weil der Sonntag Stille zeigen soll, hier zum Abschluss noch zwei Bilder, als die Frühlingsboten letztens über mich hinweg flogen.



Mittwoch, 19. März 2014

Kunst & Inspiration No 6 / 2.Teil

heute folge ich dem Mustermittwoch bei der Müllerin und stelle meine geschlüpften Wesen als Viecher- Muster vor. Die Schlüpfer sind aus dem Umriss entstanden, der das fiese Fellteil markant auszeichnet. Mit den Radiergummi Stempeln habe ich dann-ganz analog- meine Muster gestempelt. Aber nun der Reihe nach:

Die Skizze übertrage ich mit Transparentpapier auf den Printblock. Die Bleistiftzeichnung wenden und mit dem Fingernagel aufreiben, wodurch es schon spiegelverkehrt übertragen ist.



Die Hilfsmittel und das Ergebnis.





von links oben nach rechts: da gibt es den piccolo Macho mit seinem Brusttoupè, es folgt der Schlüpfer, ein Winzling mit enormen Bewegungsdrang. Er produziert sich total gerne und tritt vor allem im Pulk auf. Vergnüglich schielen sie auf dem Marktplatz den Mädels hinterher, wie man es in Italien nennt: andare in giro.




andiamo!




Hier kommt die Maus. Nachdem die Bruthöhle von der Katze verlassen war, tanzten die Mäuse auf dem Tisch, ist doch klar!








mit und ohne Zwischenpunkt.

Carotta Puschelina widersetzte sich der Musterung. Die schlanke Form mit dem dünnen Ende war auch schwierig zum stempeln, das wäre digital sicher leichter. Ausserdem hat sie schlechte Laune, schmallippig, weil sie aus der EU Norm rausgefallen ist. Bäh!





Und wen wundert´ s das die Macho Gruppe irgendwie nicht gelingen will ... wer will schon Macho´s?










Montag, 17. März 2014

Buchbinden 15.März



ja, das war es, ein Glück wie die Teilnehmerinnen harmonierten und die Ergebnisse einfach nur Freude brachten.





Einige brachten ihr speziellen Lieblings-Werkzeuge mit...







Inspiriert von den Farben der Bändern und Stempeln fiel die Entscheidung schwer für ein Lieblingbuch...







Beliebt sind auch die verschiedenen Themen, die aufgestempelt, den Bücher ihr Motto geben und vielleicht schon den Weg weisen, was mal in dem Buch drin stehen wird.






Hier einmal eine Bindung im "Freistil" gebunden und _in Frühlingsgrün_ eine 4-Loch Blockbindung.

Bevor ich die wunderbaren Ergebnisse zeige, mussten wir noch folgenden Rat beherzigen. Wir alle hatten Hektik beim Kleben und mussten über unerwünschte Leimspuren hinweg zu sehen. Eine kreative Lösung entstand als der Fleck, beim stempeln entstandenen, wieder verschwinden sollte: eine Öffnung schneiden, um etwas anders hervor blitzen zu lassen. Schon sieht es aus wie geplant und wir können Fehler mögen.


Die Stempelei machte auch richtig viel Spass. 
Nun zeige ich die tollen Bücher, die Lust machen auf folgende Kurse. Es muss nicht immer Japanisch angehaucht sein, obwohl die Blockbindungen mein absoluter Favorit ist. Wie ich meine, auch die einfachste Möglichkeit ein Buch zu binden. Getoppt wird das nur noch vom Heft heften, was verblüffenden schnell ein Ergebnis bringt.













Sonntag, 16. März 2014

silent sunday No 7

Heute schwelge ich noch mal in Erinnerungen an einen Ort mit absoluter Stille. Dies war in Barbengo im Tessin während meines Artist in Residence Aufenthalt´s 2012. Hier stehe ich auf der Dachterasse und winke mir selber zu, denn dort war ich alleine, also richtig alleine, quasi Retreat wie ein Zen Mönch.



STILLE ist ja für Einige schwer auszuhalten. Immerzu hat jemand was am Ohr oder geht brabbelnd durch die Welt. Wirkliche Stille und Ruhe findet sich selten. Sogar in dem Waldstück, welches ich immer auf dem Weg zum Atelier durchradle, gibt es neuerdings immer häufiger Menschen die auch dort mit dem Handy telefonieren. DAS ist für mich vollkommen unvorstellbar, sich hier in der Natur nicht achtsam und aufmerksam zu bewegen. Nur im absoluten Notfall käme ich auf die Idee mein Handy anzuschalten. Wahrscheinlich bin ich total altmodisch?











Also, zurück zu den Erinnerungen. Das Haus Sciredo ist im Bauhaus Stil gebaut und hat eine beeindruckende, klare Architektur, wie das Detail zeigt. Bevor ihr alle ganz neidisch werdet, das Haus kann man als Künstler mieten, aber es gibt dort wirklich die absolute Stille, NICHTS ausser Natur, heftige Gewitter und wenig später wieder strahlenden Sonnenschein (so war das im April/Mai ). Es ist eben nichts zu hören ausser dem, was an natürlichen Geräuschen vorhanden ist. Kein TV, kein Radio, allerdings Internet Anschluss- aber damals hatte ich noch keinen Laptop...  Also dann geschah etwas sehr merkwürdiges: ZEIT bekam eine andere Dimension. Ich habe es Zeitdehnung genannt. 





Wenn da nicht der treue Begleiter, der heilige Ambrosius gewesen wäre, der mir stündlich die Zeit geläutet hat, hätte ich sicher die Abreise verpasst... 
Um 11:45 Uhr mittags und um 17:45 ihr gab es auch immer noch ein Glockenspiel vor dem Stundenläuten.

Alt neben Neu existiert in diesem winzigen Dorf (noch) gleichberechtigt nebeneinander. Neben dem   teuren Neubau und den alten Häusern klaffen allerdings Welten. Bei einer Hausbesichtigung habe ich mich reingemogelt und den Millionär angetäuscht. Von einem der Zimmer hatte ich diesen super Blick auf Ambrosius.
Wer so ungefähr 1,5 Millionen Schweizer Franken in der Portokasse hat, kann gleich im Tessin ziehen.