Pipistrello ist Italienisch und heißt Fledermaus. Von der Decke hängend kann dieses Lebewesen die Welt aus einer anderen Perspektive betrachten. Von ihm lernend möchte auch ich das Leben aus einer gewissen Distanz anschauen. Auf den Kopf gestellt und mit einem anderen Blickwinkel erlebt begegnet mir das Leben mit mehr Humor und Glücksmomenten.


Sonntag, 21. Mai 2017

silent sunday #125



Dieser Sonntag ist kein bisschen "silent". Ganz im Gegenteil. Auf dem Kinder Künstler Fest in der Villa Zanders biete ich Buchbinden an, also Hefte machen aus alten Pappen. Zufallsfunde und Zufallsmuster werden das Sonntags Angebot bereichern. Hoffentlich wird es so farbenfroh wie die gefalteten Kraniche am japanischen Tempel.
Und eh ich es vergesse: an unserem sehr gemütlichen Blogger Treffen hatte ich bei einigen geschwärmt von einem gut gemachten und verständlichen DIY Blog. HIER

Sonntag, 14. Mai 2017

silent sunday # 124




Wir haben die Wahl, in NRW und im Rest der Welt. Wenigstens ein paar mal gelebte Demokratie. Und was immer heute entschieden wird, auch dieses geht mit Sicherheit vorüber. Deshalb heute mein Post aus Pyramiden im März 2017, in mehreren Teilen.

Über die Vergänglichkeit: ein verlassener Ort in der Arktis heisst "Pyramiden". Einige Sommerimpressionen findet ihr hier. Es ist eine verlassene russische Bergbau Siedlung, Wikipedia weiss mehr darüber.




Vanitas heisst es bei uns, was im Japan als wabi sabi bezeichnet wird. Nach dem sehr inspirierenden Blogger Treffen gestern scheinen mir einige STILL-LEBEN passend. Die Bildaufteilung mag auch Inspiration sein für Collagen.















Die Fotos entstanden unter "Einsatz meines Lebens", ich habe es gewagt ganz ohne Waffe im Eisbären Terrain mich ein paar Schritte vom Bus zu entfernen. Rückpfiff vom Guide kam nach ungefähr 3 Minuten. Was bleibt ist die Sehnsucht dort mal in Ruhe mehr zu fotografieren.





Sonntag, 7. Mai 2017

silent sunday #123 Langsamkeit und Kunst




Was mir heute wichtig ist zu teilen: das ich eine Woche nach der Messe so langsam ein wenig Erholung verspüre. Nun klären sich viele Dinge nach dieser intensiven Zeit. Prioritäten werden in eine neue und angemessenere Reihenfolge gebracht. Deshalb gilt mein heutiger Post der Langsamkeit, die sich für mich in der Erinnerung an ein Svalbard Rentier festmacht.    




Das Rentier heisst Rentier! Nicht Renntier! Was lerne ich von diesem gemütlichen und friedfertig Tier? Auf der Webseite von Rolf Stange, in dessen Wohnung ich drei Wochen leben konnte, gibt es viele Informationen. Das Bild dort zeigt, WIE nah man diesen wild lebenden Rentieren kommen kann, bevor sie sich langsam abdrehen und davon trotten. (Selbst erlebt) Aus dem Wohnungsfenster beobachtete ich an einem Schneesturm Tag, wie sich ein Tier mitten auf eine Schneefläche legte und dort reglos verharrte. Nach ungefähr drei Stunden  stand es auf, drehte sich um und ging zurück ins "Nichts". In der entgegengesetzten Richtung lag die Stadt. Auch dort trifft man die Tiere. Sie stehen wirklich neben dem Fenster. Es könnte passieren, dass man aus der Haustüre tritt und einem Rentier gegenüber steht. Die Autofahrer halte an um sie über die Strasse gehen zu lassen. Total nett das zu beobachten!
So habe ich mir dieses Verhalten nur mal "herumzuliegen", egal was drumherum los ist, zum Vorbild genommen. Wenn Körper und Seele nach Ruhe verlangen gibt es den "Rentiert-Tag". 






Sehr wohltuend und auch inspirierend, wenn Zeit vorhanden ist um die Gedanken abschweifen zu lassen. Aus diesem nicht fokussierten Denken, also eigentlich ein "nicht Denken", setzte sich kreative Energie frei. Daraus entwickelt sich Potential das eben nicht frei gesetzt würde, wenn man stur und krampfhaft an einem Thema klebt.








So ein Rentierfell ist total weich. Im Einkaufszentrum gibt Fellstücke (als Sitzkissen) sehr preiswert zu kaufen. Dort konnte ich dann streicheln und träumen, wie es sich ein lebendiges Tier wohl anfühlen könnte. Hätte sehr gerne mal eins geknuddelt! Aber so zahm sind sie dann doch nicht. Mehr als 3-4 Meter Nähe mögen sie nicht leiden.



Im Museum in Longyearbyen sind diese Exemplare ganz in Ruhe zu betrachten.












Montag, 1. Mai 2017

silent sunday #122 Montag gefühlt wie Sonntag



Frau gönnt sich ja sonst nichts. Deshalb heute "nur" den kleinen Einblick in die Koje der: KÖLNER LISTE, alternative Messe, die zeitgleich mit der ART Cologne stattfand. So eine Messe ist super anstrengend, aber auch "warm duschen" pur. Viele Komplimente für meine Zeichnungen bekam ich in konzentrierter Form, geballt an vier Tagen. Oberstes Foto: die Zeichnungen aus Longyearbyen. Unten: die Koje und meine lieben Helfer beim Aufbau.




Sonntag, 23. April 2017

silent sunday # 121 Gehirn einschalten


Unglaubliche Weite. Kein fake, Eis, Schnee und Gletscher sind dort Wirklichkeit. Noch ist die Arktis zu bestaunen! Der Klimawandel wird möglicherweise einer zukünftigen Generation dieses gebundene Wasser in anderer Form präsentieren. Vielleicht werden Wissenschaftler auch für diese Entwicklung eine Lösung finden??? Also mein Appell: Gehirn einschalten!

Neben allen Protesten die derzeit in den Krisenregionen dieses Planeten stattfinden ist der "march for science" heute mein "Aufhänger" für diesen Post. Denkende und forschende Menschen haben uns weiter gebracht. Allerdings hat die Medaille, wie bekannt, immer zwei Seiten. Wissenschaft hat auch die Atombombe möglich gemacht. Die Entdecker der Kernspaltung haben die Bombe aber nicht angewendet. Diese Entscheidung liegt in einer anderen Verantwortung. So ist die die Neugierde von Suchenden aus meiner Sicht positiv zu bewerten.



Das Suchen und Forschen scheint dem Menschen eigen. Im Museum in Longyearbyen wird anschaulich erklärt wie schon die Holländer Svalbard mit ihren Schiffen erreichten. Wenn ich mir das Equipment anschaue, die vollkommen unangemessene Bekleidung damaliger Zeit, Respekt vor diesem Wagemut. Auch wenn die Motivation der Walfang war. Glücksritter auf der Suche nach Nahrung und einem guten Verdienst. (Wodurch sich die Menschen auch auszeichnen: angetrieben von der Suche nach Geld und Reichtum.  Eroberungen, Plünderungen und Ausbeutung werden so "legitimiert", im Namen höherer Mächte...)



Andere Forscher und Abenteurer sind für immer mit Longyearbyen verbunden, Nobile und Amundsen, die von Ny Alesund mit dem Zeppelin NORGE starteten und als erste den Nordpol erreichten. Damals war es noch viel kälter und die Eisschicht dicker. Es gab lediglich ein kleines Zeitfenster für eine solches unterfangen. "Dank" >global warming< können heute die Schiffe früher und weiter fahren. Ein klein wenig dieser Atmosphäre  konnte ich nachempfinden, wie es damals gewesen sein könnte, auf meinem Schiffsausflug nach "Pyramiden".  Davon später mehr. Hier erst mal die Bilder von dem brechenden Eis am Schiffsrumpf.

Als Nobile auf einer zweiten Expedition verunglückte, machte sich Amundsen auf die Suche. Er selbst überlebte dies nicht, während Nobile gerettet werden konnte. Die Geschichte von Treue und Freundschaft kann nachgelesen werden bei meiner Lieblings - Informations - Quelle WIKIPEDIA. Wissen kostenlos für ALLE, so soll es sein! 

Auszug:

"Amundsen starb vermutlich, als sein Flugzeug, ein Flugboot des Typs Latham 47 mit 1000 PS, in der Arktis nahe der Bäreninsel verlorenging. Er war am 18. Juni 1928 aufgebrochen, um Umberto Nobile zu retten, dessen Luftschiff Italia auf einer Eisscholle abgestürzt war. Dies geschah auf den Tag genau 25 Jahre, nachdem er seine Tätigkeit als Polarforscher auf der Gjøa begonnen hatte. Amundsens Flugzeug, eine französische Leihgabe, ist bis heute nicht gefunden worden. Man fand jedoch einen Benzintank des Flugzeugs, der Bearbeitungsspuren trug und heute im Polarmuseum in Tromsø besichtigt werden kann.[7] Wahrscheinlich hatten Amundsen und sein Gefährte versucht, sich damit zu retten."






Und weil Michaela im April Muster Thema FENSTER aufgerufen hat, zum Abschluss noch die Schriftzüge vom Museumsfenster. Sie zeigen zum einen Gedanken und Empfindungen von Kälte und Eis der Arktis und gleichzeitig gab es den Durchblick nach draussen: war richtig kalt an diesem Tag mit Schneegestöber. Na, deshalb war ich ja im Museum.









Montag, 17. April 2017

silent sunday #120 Montag gefühlt wie Sonntag














Die Samenbank der Welt, eine Rückversicherung GLOBAL SEED VAULT
Nachdem ungefähr die Hälfte der überschaubaren Welt sich für kleine Diktatoren, selbstgefällige Hodenträger und großspurige Schwätzer begeistern kann, stelle ich mir die Frage: wohin kann ich fliehen, auswandern, wenn es mir hier zu eng wird? Longyearbyen ist ein sehr spezieller Ort wo es kein Vogelgezwitscher und keine Frühlingsblumen gibt. Keine sanfte Welt sondern Extreme sind es, die hier faszinieren. Wäre das eine Option? Hier lagert die Rückversicherung, falls die Welt meint (wieder einmal) sich nur durch Gewalt behaupten zu können. Es wird keine Gewinner geben in diesem "worst case". Aber gewiss einen Neuanfang für die Überlebenden. 
Der Permafrost macht diese einmalige und besondere Aufbewahrung möglich:
Die sichere Bewahrung des botanischen Erbes der Menschheit im Nichts.






Da ist eben nichts, nur Schnee und eisige Wildnis. Es war der kälteste Tag den ich in meinem Leben je erlebt habe. Ausschliesslich nebeliger Schnee und Wind, der sich wie -35 Grad anfühlte. Es werden so -20 Grad gewesen sein, windstill gut auszuhalten. Die Bilder entstanden an zwei Tagen, jeweils mit gebuchter Fototour. Zur Erinnerung: hier geht es nur mit einer Waffe raus aus der Stadt, wegen der Eisbären. 
Mein Guide war Engländer. Das macht Longyearbyen auch besonders: hier leben so viel Nationalitäten friedlich miteinander.



Das er für das Foto die Handschuhe ausgezogen hat, rächte sich sofort. Erst mal wieder im Auto an der Heizung die Finger auftauen. Diese Kälte wirkt umgehend!

Leider darf niemand in das Innere dieses Samen Bunkers, ausser den Menschen die dort arbeiten.


An dem anderen Tag zeigten sich Licht und Landschaft verändert. Das gleiche Motiv aber ein vollkommen anderes Bild. (Na ja, Sonnenschein war auch nicht, aber wenigstens nicht so kalt.)




Über dem Eingang ist ein Kunstwerk angebracht. Es soll sicher die Spitzigkeit der Eiskristalle darstellen? Vielleicht ist es auch nur meine Assoziation, die ich mit dem Geräusch von fallendem Schnee verbinde. Das klang wie Nadelspitzen, wenn ein gar nicht wattig weicher Schnee auf das schräge Dachfenster "meiner" Wohnung fiel.

Und wie gehabt, das HAIKU zum Thema vom 11.3.2017:

Für immer im Frost
Verschlossen der Samen der Welt
Notzeiten Reset.

Und meine Frage an Euch: ob die erste Zeile getauscht mit der letzten wohl besser klingt? Zumindest ergibt sich ein positiveres Bild, wenn "für immer im Frost" die Assoziation hervorruft, das wir es nie brauchen werden, diese Notzeiten Versicherung.

Notzeiten Reset
Verschlossen der Samen der Welt
Für immer im Frost





Sonntag, 9. April 2017

silent sunday #119 FENSTER DURCHBLICK







Michaelas April-Fenster-Thema reizt mich ein wenig über das Fenster im allgemeinen und speziellen nachzudenken. Warum sind Fenster so interessant? Sie gewähren Einblicke, Ausblicke und möglicherweise eröffnen sie Durchblicke auf etwas Verborgenes, mitunter auch unfreiwillig. Gezielt, wird der Einblick eröffnet bei Schaufenstern, wie in diesem Beispiel aus Japan.


Aus aktuellem Anlass hier ein Hasenfenster. An den Osterhasen hat dabei wohl niemand gedacht. Der Hase ist ein Symbolträchtiges Tier in Japan: usagi . Daher sicher die vielen Varianten des gleichen Tieres, der bei uns eben eine ganz andere Bedeutung hat.




Unfreiwillige Beobachtungen, bei dem richtigen Lichteinfall möglich, ergeben sich mit einem Teleobjektiv. Irgendwie gemein, da fühlt sich jemand sicher in seinem Haus und wird doch gesehen. Bei der Restaurant Terrasse ist der Blick unverstellt, dennoch habe ich auch hier ein vages Gefühl von "Verletzung" der privat Sphäre? (Bilder: Spaziergang in Kyoto entlang des Kamo Flusses.)


Die Verdopplung von "Berg" in der Reflexion im Radisson Blu Hotel Fenster in Longyearbyen. Fenster verdecken hier den Einblick, den Durchblick allerdings nicht seitens der Gäste, die ja den Blick nach draussen geniessen können. (Ein sehr teures Vergnügen, wenn ich das mal erwähnen darf. In der Hauptsaison über 300 Euro, DIE NACHT. Wer nach Longyearbyen fliegen möchte fragt mich liebt nach meinem persönlichen Kontakt, ich vermittle gerne).

Eine sicher einmalige Variante, den Einblick sowie den Ausblick zu verhindern, gibt es in diesem sehr speziellen Ort, wo im Sommer die Sonne nicht untergeht. Um in der Nacht etwas Dunkelheit zum schlafen zu haben, sind die Fenster (rechts am Haus) im Schlafraum mit Albfolie zugeklebt- (oder so etwas das ausschaut wie Albfolie). Nicht nur an den Fenstern in "meiner" Wohnung, auch an den anderen Häusern ist das so. Unterschiedliche Reflektieren auf Glas und Folie von meinem "Hausberg" gegenüber sind zu erkennen.



HAIKU vom 11. März 2017

Niemals weisser Schnee
Unfassbare Farbigkeit
Tageslicht Wandel